Graz im elektronischen Ausnahmezustand

11. Mai 2010, 17:42
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Elektronische Musik ist das Wichtigste, was es auf der Welt gibt! Zumindest ein langes Wochenende ist das so, und zwar in Graz

Wien - Mittwochabend beginnt in der steirischen Landeshauptstadt das Spring-Festival, das "Springten", wie das Jubiläumsfest kurz genannt wird. In den zehn Jahren seines Bestehens hat sich das verteilt über die ganze Stadt ausgetragene Festival zu einem der Besten seiner Art gemausert.

Dem breiten Spektrum dessen, was man heute unter elektronischer Musik subsummiert, trägt es in seiner Programmierung Rechnung. Elektronischer Pop wie jener von den britischen Zoot Woman steht neben den Postrock-Entwürfen der Wiener Elektro Guzzi, die sich mit traditionellen Mitteln an Modellen elektronischer Musik orientieren. Dazwischen treten Evergreens und Stars des Fachs wie Kruder und Dorfmeister oder Ebony Bones! auf, deren Dancefloor-Entwurf wie ein Bastard aus allen Dörfern mit einem Gameboy und einem Flipper-Automaten klingt.

Trommeln des Todes

Neben rund 50 Live-Acts sorgen etliche heimische und internationale DJs für Partys. Auch hier gibt's Platzhirsche wie DJ DSL oder Freaks wie den britischen DJ und Produzenten Drums Of Death und seine 80er-Jahre-Synthie-Pop-Vorlieben. Anders als bei ähnlichen Festivals wird in Graz nicht ghettomäßig eine Zone zum Ausnahmezustand erklärt, sondern ein Gutteil der Stadt miteinbezogen, was dem Festival seinen besonderen Vibe verleiht.

Dass es sich mitunter staut oder manche Acts für sich selbst spielen - ist halt so. Bis inklusive Sonntag dauert das Springten, das detaillierte Programm und ein Ablaufplan sind auf der Homepage des Festivals zu finden. (flu, DER STANDARD/Printausgabe, 12.05.2010)

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