"Wissen, was am Donnerstag zu tun ist"

12. Mai 2010, 14:45
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Rätselraten um Aufstellung von Cup-Finalist Sturm - Foda: "Bei uns gibt es keine zweite Garnitur", Jantscher und Salmutter definitiv nicht im Aufgebot

Graz/Salzburg - Nach dem Last-Minute-Schock von Wals-Siezenheim will Meister Salzburg den zweiten Matchball zur Titelverteidigung in der Fußball-Bundesliga nutzen. Im Dreikampf mit den Verfolgern Austria und Rapid haben die Mozartstädter als einziges Team ihr Schicksal selbst in der Hand. Mit dem Auswärtsspiel gegen den Tabellenvierten Sturm Graz hat der Spitzenreiter im finalen Showdown am Donnerstag (16.00 Uhr/live Sky Sport und ORF1) aber die schwierigste Aufgabe zu meistern.

Bereits ein Remis gegen die Steirer könnte im Rennen um den dritten Meistertitel in der Red-Bull-Ära nach 2007 und 2009 zu wenig sein. An dieses Szenario will man bei den Salzburgern aber keinen Gedanken verschwenden. Das 0:1 gegen die Austria soll laut Huub Stevens bereits aus den Köpfen der Spieler verbannt sein. "Sie sind natürlich enttäuscht, glauben aber zu 100 Prozent an ihre Chance. Und sie wissen, was am Donnerstag zu tun ist", meinte der Salzburg-Coach.

Ein nicht unwesentlicher Vorteil für die von rund 2.000 Fans begleiteten Salzburger könnte sein, dass Sturm drei Tage später im Cup-Finale gegen Wiener Neustadt seine Chance auf den internationalen Startplatz nutzen will. Trainer Foda wird also angeschlagene Spieler mutmaßlich schonen. Fix ist, dass die Grazer ohne Jakob Jantscher und Klaus Salmutter antreten werden. Jantscher laboriert an einer Oberschenkelverhärtung, sollte aber für das Cupfinale wieder fit sein. Salmutter hat mit einer Prellung zu kämpfen und droht auch für Sonntag auszufallen. Daniel Beichler wird höchstwahrscheinlich ebenfalls nicht beginnen. Ein Wackelkandidat ist der zuletzt angeschlagene Abwehrchef Gordon Schildenfeld.

"Sind nicht bestechlich"

Foda verwahrte sich am Mittwoch gegen Zurufe von außen: "Ich lasse mir von niemandem etwas ausrichten. Bei uns gibt es keine zweite Garnitur, das wäre eine Beleidigung für meine Spieler." Er versprach, seine Mannschaft auf Sieg zu trimmen, und auch Sportdirektor Oliver Kreuzer kündigte seinem früheren Arbeitgeber einen heißen Tanz an. "Wir sind nicht bestechlich, auch nicht mit Red Bull", schmunzelte der Deutsche. Wer schlussendlich gegen Salzburg einläuft, wird sich nach dem Abschlusstraining entscheiden. Stevens meinte zum Aufstellungspoker des Gegners nur kryptisch: "Ich weiß, was ich in dieser Situation tun würde."

Dass der Punktepolster binnen zwei Runden von sechs auf einen Zähler Vorsprung geschmolzen ist, bereitet dem Meister nach außen hin keine Sorgen. "Wir haben noch immer einen Punkt Vorsprung und es ist noch ein Spiel zu spielen. Wir haben es noch immer in der Hand", erklärte Stevens, der zuletzt erstmals in seiner Ära zwei Pflichtspielniederlagen en suite kassierte.

Die Begleitumstände des verpassten Matchballs am Sonntag waren weiter Thema. Stevens wollte sich zum nicht gegebenen Treffer von Rabiu Afolabi weiter nicht konkret äußern. "Ich rede nicht mehr darüber, auch nicht zu dieser Einschätzung der Bundesliga. Denn das Tor wird nicht mehr anerkannt und für mich ist wichtig, was heute und morgen ist", sagte der 56-Jährige.

Für Irritationen sorgte auch ein Disput zwischen Stevens und seinem Torjäger Marc Janko. Der Niederländer versuchte aber, die Wogen zu glätten. "Mein Verhältnis zu ihm ist gut, wie zu allen anderen Spielern. Aber wenn in zwei Spielen 54 Mal auf das Tor geschossen wird, dann kann ich mit der Offensive nicht zufrieden sein", begründete Stevens seine Kritik am Teamstürmer. Ob Janko in der Grazer UPC-Arena wieder Salzburgs Speerspitze sein wird, bleibt also offen. Der gebürtige Grazer Roman Wallner stünde ebenso bereit.

Die Statistik spricht vor dem Duell gegen einen Salzburger Sieg. Sturm ist gegen den Meister vor eigenem Publikum seit fünf Liga-Spielen unbesiegt, holte dabei aber gleich vier Remis. Im Cup-Achtelfinale feierten die Grazer Anfang Februar außerdem einen 2:0-Erfolg. (APA/red)

SK Sturm Graz - FC Red Bull Salzburg (UPC-Arena/live Sky Sport und ORF1, SR Gangl). Bisherige Saisonergebnisse: 2:4 (a), 0:0 (h), 0:3 (a).

Sturm: Gratzei - Lamotte, Feldhofer, Sonnleitner, Kandelaki/Prawda - Salmutter, Kienzl, Hlinka, Jantscher - Kienast/Haas, Lavric/Muratovic

Ersatz: Lukse - Ehrenreich, Schildenfeld, Klem, M. Weber, Beichler

Es fehlen: Hölzl, S. Foda, Bukva (alle verletzt)

Salzburg: Arzberger - Schwegler, Afolabi, Schiemer/Sekagya, Ulmer - Opdam/Schiemer - Tchoyi, Leitgeb, Cziommer, Svento - Wallner/Janko

Ersatz: Schober - Dudic, Pokrivac, Vladavic, Zickler

Es fehlen: Gustafsson (verletzt), Pitak (erkrankt)

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    Stevens an Foda: "Ich weiß, was ich in dieser Situation tun würde."

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