Fall Julia K: Verdächtige wurden am Dienstag weiter einvernommen

11. Mai 2010, 14:07
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Entscheidung über U-Haft spätestens Mittwoch früh - Vorerst keine Hinweise auf Verbleib der seit vier Jahren Vermissten

Im Fall der seit fast vier Jahren vermissten Julia K. aus Pulkau (Bezirk Hollabrunn) haben am Dienstag die Vernehmungen der drei Verdächtigen angedauert. Das Trio - zwei Männer (21 und 26) und eine Frau (27) - war wie berichtet Montag früh im Rahmen einer groß angelegten Polizeiaktion an drei Orten im Waldviertel festgenommen worden.

Die Ermittlungen gingen weiterhin in Richtung Freiheitsentziehung bzw. Beitragstäterschaft durch Zurückhaltung von Informationen, sagte der Korneuburger Staatsanwalt Friedrich Köhl zur APA. Auf Julia K.'s Verbleib gebe es keine Hinweise. Die Befragungen der Verdächtigen würden unverändert in Wien von Beamten des Bundeskriminalamtes geführt. Zum Inhalt meinte der Staatsanwalt kurz und bündig: "No comment". Es sei davon auszugehen, dass die Vernehmungen bis zum späten Dienstagnachmittag oder sogar bis in die Abendstunden andauern würden. Bis längstens Mittwoch früh muss entschieden sein, ob U-Haft verhängt wird.

Julia K. ist seit dem 27. Juni 2006 aus ihrer Heimatstadt im Weinviertel abgängig. Sie war bei ihrem Verschwinden 16 Jahre alt. Seit März geht das Bundeskriminalamt dem Fall im Rahmen eines Cold Case Managements wieder intensiv nach.

In Pulkau ist die Causa seit Montag wieder "Tagesgespräch". Die Entwicklungen würden "mit großem Interesse verfolgt", sagte Bürgermeister Manfred Marihart. Es gebe dahingehend so etwas wie Erleichterung, weil sich "etwas bewegt", war am Dienstag außerdem in der Heimatgemeinde des Mädchens zu erfahren. Und: Es bestehe Hoffnung, "dass man vielleicht wirklich die Täter gefasst hat" (APA)

Nachlese
"Fall Julia K.": Zwei Männer und eine Frau verhaftet
- Am Montagmorgen verhaftete die Sondereinheit Cobra drei Verdächtige - Wo die Verschwundene ist, bleibt aber unklar

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