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Sicherheit statt baumhoher Renditen

11. Mai 2010, 13:57
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In der Krise ereilte so manchen Anleger die Liebe zum Wald. Über eine "natürliche" Wertanlage

Warum schafft man sich einen Wald an? Der Tiroler Stanglwirt Balthasar Hauser braucht über dieseFrage nicht lange nachzudenken. Der Zusammenhang von Landwirtschaft und Gastronomie habe im Betrieb über Jahrhunderte Tradition. Der Wald spiele in diesem Gefüge eine wichtige Rolle, sagt er: "Wenn es wirtschaftlich nicht so gut laufen sollte, gibt der Wald Sicherheit und Geborgenheit." Eine Einsicht, die in der Krise durchaus eine Renaissance erlebt, bestätigt Alexander Budasch ,Geschäftsführer der Bank-Austria-Tochter Immobilien Rating GmbH: "Wald ist derzeit gefragt." Auch wenn die bescheidene Durchschnittsrendite von ein bis zwei Prozent nicht unbedingt monetäre Höhenflüge beschert. Für jedermann geeignet sei so eine anlage ohnedies nicht, betont Budasch: "Es gibt eine Kapitalfluchtaber das Bewusstsein, dass es sich bei Wald um eine Anlageklasse für Profis handelt, ist auch gestiegen."

Wer mit der Anschaffung eines Forstes liebäugelt, hat es mangels ausreichenden Angebots außerdem gar nicht so leicht, ergänzt Horst Pristauz-Telsnigg, Leiter ÖBf-Profit-Center Dienstleistungen Inland. Angebote kämen oft von den klassischen Großgrundbesitzern, geht Bank-Austria-Mann Budasch ins Detail: "Da wird vieles nicht so offengehandelt." Wenn man trotzdem ein Wäldchen ergattern will, sollte man auch die Größe nicht ganz außer achtlassen. "Es hat keinen Sinn, 10 oder 50 Hektar einfach so zu erwerben. Wer neu einsteigt, für den rechnet sich - wenn man die Pflege- und Bewirtschaftungskosten einplant - eine Größenordnung von rund 200 Hektar", empfiehlt Budasch. Laut Fridolin Angerer, bei Spiegelfeldimmobilien für Wald und Wiese zuständig, habe sich die gestiegene Neigung zum forstlichen Investment nur bedingt auf den Preis ausgewirkt: "Grund und Boden sind relativ stabil. Allenfalls über mehrere Jahre verzeichnet man einen leichten Preisanstieg."

Einen Wald als anlage erwerbe man ja nur, wenn das gesamte Setting halbwegs stimme. So gesehen seien Grund und Boden mit den zuletzt zuweilen wieder gestiegenen Rohstoffpreisen nicht vergleichbar. "Dasist eine alternative in der Anlage. Verkäufer, die höhere Preise erzielen wollen, bleiben schnell einmal auf solchen Angeboten sitzen", berichtet Angerer aus Erfahrung. Als Richtgröße für den Quadratmeter-Preis nennt er einen Euro: "Das ist heute eine akzeptable Größe." Was den Wert des Waldes am Markt ausmache, formuliert Angerer so: Erstens Grund und Boden und zweitens der stehende Vorrat - also schlagbares Holz. "Bei einem Euro muss schon Holz stehen. Bei 1,50 Euro muss schon einiges mehr geboten werden, etwa ein nettes Anwesen, ein kleines Wasserkraftwerk, ein Rohstoffvorkommen wie eine Schottergrube. Almen und Steine hingegen wirken sich eher preismindernd aus", sagt Angerer.

Neben der Sicherheit, nicht in "Luftgeschäfte" zu investieren, spielt bei manchem "Naturinvestment" auch das Bedürfnis nach dem Erleben des Waidmannsglücks eine Rolle. Wer sich an einer Eigenjagd delektieren möchte, braucht allerdings mindestens 115 Hektar. "Wir reden davon Kosten von rund einer Million Euro", gibt Angerer zu bedenken. Nicht wenige Waldbesitzer würden sich aber mit ein bis zwei Prozent Verzinsung begnügen. Was sich bei einer investition "Innatura" empfiehlt, ist, einen potenziellen Neuerwerb mit dem Auge des Profis anzuschauen. "Beim Waldkauf gilt es an den erforderlichen Aufwand zu denken", rät Horst Pristauz- Telsnigg. Professionelle Betreuung schlägt sich mit 20 bis 50 Euro je Hektar und Jahr zu Buche.

Der Zustand des Waldes, die Erschließung, die Geländeverhältnisse spielen dabei eine Rolle. Außerdem gilt: Je kleiner der Wald, desto schwerer kann daraus ein geregeltes Einkommen erzielt werden. Jagd, Fischerei, landwirtschaftliche Flächen, verwertbare immobilien, Alternativenergie wie Kleinwasserkraft, Biomasse, Rohstoffe wie Schotter sind potenzielle Einkommensquellen. Um die Ertragskraft zu steigern, wären auch touristische Nutzungen denkbar. Mit dem Preis für den Rohstoff Holz selbst verhält es sich derzeit wie mit den Rohstoffpreisen insgesamt: Es geht aufwärts. Allerdings ist auch dabei das Risiko nicht zu unterschätzen. Geht es nämlich bergab, dann heißt es, sich in Geduld zu üben.

Geduld als Voraussetzung

Wie beim Gebrauchtwagen sei auch der Zustand eines Waldes nicht unterzubewerten, warnt Pristauz-Telsnigg: "Oft gibt der vorherige Besitzer den Wald her, nachdem er ihn schon ziemlich ausgeweidet hat. Da heißt es zunächst in Wert steigernde Maßnahmen zu investieren." Zu achten gilt es auch auf Rahmenbedingungen: Ist man für die Klimaverhältnisse der Zukunft gerüstet? Sind junge Bäume gegen Unkraut und Wildbiss zu schützen? Durchforstungseingriffe gilt es professionell zu gestalten. Nicht zu vergessen die Zeitspannen, in denen ein Waldbesitzer denkt: Zwischen 100 und 160 Jahre dauert es, so ein Jungpflänzchen in die Höhe zu kriegen. Langer Atem ist ohnehin eine Grundvoraussetzung. Über die Qualitäten des Rohstoffes lässt Stanglwirt Balthasar Hauser keinen Zweifel aufkommen: "Wir lieben Holz, bauen aus Holz - ich sitze gerade in einer Zirbenstube aus dem 18. Jahrhundert. Und wir heizen mit Biomasse." Heute bewegen sich die Gäste in 174 Zimmern, eingerichtet mit edlem Holz und genießen die wohlige Wärme der über 100 Kamine im Haus. "Seit ich hier Wirt bin, habe ich unsere Waldflächen mehr als verdreifacht", sagt Hauser und schließt mit einer so einfachen wie überzeugenden Philosophie: "Wir investieren in bleibende Werte."

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    Langer Atem ist Grundvoraussetzung bei Investitionen in den Wald.

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