Aschewolke störte erneut Flugverkehr in Europa

11. Mai 2010, 17:24
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Für Österreich gaben die Meteorologen vorerst Entwarnung

Die Asche aus dem isländischen Vulkan Eyjafjalla hat auch am Dienstag zu Störungen im europäischen Luftverkehr geführt. In Spanien wurden in der Früh sieben Flughäfen geschlossen, Dutzende Verbindungen von Urlaubern waren betroffen. In Marokko wurden zeitweise fünf Flughäfen geschlossen, in der Türkei mussten wegen der Aschewolke Flüge für mehrere Stunden ausgesetzt werden. 

PKW große Felsbrocken ausgespuckt

Der Vulkan hat in den vergangenen zwei Tagen erneut sein Eruptionsverhalten geändert. Augenzeugen berichteten von großen Felsbrocken, einige davon in der Größe von Pkw, die der Vulkan am Montag ausgespien haben soll. Gleichzeitig blies der Gletschervulkan weiterhin dunkle Asche in die Atmosphäre. Anrainer in Südisland berichteten Asche-Niederschlag in Form von grobkörnigem Sand.

Situation auf Europas Flughäfen

In Spanien betroffen waren nach Behördenangaben die kanarischen Inseln Teneriffa, La Palma und La Gomera sowie Sevilla, Jerez und Badajoz im Süden Spaniens. Am Wochenende waren 20 Flughäfen gesperrt worden. Die Flughäfen auf den Kanarischen Inseln wurden am Nachmittag aber wieder geöffnet.

In Marokko wurden aus Sicherheitsgründen am Nachmittag die Flughäfen Casablanca, Rabat-Sale, Tanger, Tetouan und Essaouira geschlossen, wie die Luftfahrtbehörde mitteilte. In der Türkei wurden Flüge westlich und südwestlich von Istanbul vorübergehend ausgesetzt, außerdem galt ein Flugverbot über Thrakien und den Dardanellen. Der Flughafen von Istanbul blieb aber geöffnet.

Entwarnung für Österreich

Für Österreich gaben die Meteorologen vorerst Entwarnung: "Zumindest in den nächsten Stunden sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten", sagte "Austro Control"-Sprecher Peter Schmidt. Man überprüfe laufend die Prognosen.

Tendenziell abnehmende Aktivität des Vulkans unter dem Eyjafjallajökull-Gletscher sah die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Es gebe aber nach wie vor keinerlei Anzeichen dafür, dass die Eruption in nächster Zeit aufhören wird, hieß es in einer ZAMG-Prognose. Die Wolke beeinflusst demnach nach wie vor eher den Südwesten Europas, während nach Österreich nur stark verdünnte Asche herantransportiert wird. Die Partikel-Konzentrationen am Sonnblick im relevanten Größenbereich seien weiterhin sehr gering. In den nächsten Tagen wird die Wolke voraussichtlich in weitem Bogen über den Atlantik von Südwesten her zum Kontinent herantransportiert, wobei Österreich ständig im Zustrom stark verdünnter Asche aus Südwesten bleiben dürfte.

Auch in Deutschland kommt es in den nächsten Tagen voraussichtlich zu keinen Beeinträchtigungen im Luftverkehr. Die Aschekonzentration über Deutschland sei derzeit gering, sagte der Sprecher des Deutschen Wetterdiensts, Uwe Kirsche, auf DAPD-Anfrage.

Der größte deutsche Reiseveranstalter Tui hat unterdessen für Dienstag alle Reisen auf die portugiesische Ferieninsel Madeira abgesagt. Grund sind die Sperren im südeuropäischen Luftraum wegen der Aschewolke aus Island. Besonders betroffen sei derzeit der Flughafen Funchal auf Madeira, teilte die Tui am Dienstag in Hannover mit. (APA)

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    Warten, warten, warten heißt es wieder auf zahlreichen europäischen Flughäfen

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