Spanien befürchtet Platzen des Mittelmeer-Gipfels in Barcelona

11. Mai 2010 12:26

Arabische Staaten verweigern Kontakt mit Liebermann

Madrid/Jerusalem - Die spanische Regierung befürchtet laut Medienberichten, dass die für Anfang Juni geplante Gipfelkonferenz der "Mittelmeerunion" in Barcelona am Konflikt zwischen Israel und den arabischen Staaten scheitert. Ägypten hat inzwischen klargestellt, dass es die "gemeinsame arabische Position" ist, jeglichen Kontakt mit dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman im Rahmen der Mittelmeerunion zu verweigern. Aus diesem Grund wurde bereits ein Ministertreffen, das in Istanbul stattfinden sollte, abgesagt. Lieberman bekräftigte am Dienstag seine Absicht, an der Barcelona-Konferenz teilzunehmen.

Über die Zusammensetzung seiner Delegation entscheide ausschließlich Israel, sagte Lieberman im Rundfunk. Die ägyptischen und syrischen Einwände seien "kein Problem" für Israel, sondern höchstens eine "Ohrfeige für Europa", mit der sich der Gastgeber Spanien auseinanderzusetzen habe. Aus dem Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in Jerusalem verlautete am Dienstag, dass der Regierungschef die Delegation in Barcelona leiten werde.

Der 2008 auf Initiative Frankreichs gegründeten Mittelmeerunion gehören die 27 EU-Staaten sowie Algerien, Ägypten, Libanon, Syrien, Jordanien, Israel, Palästina, Marokko, Mauretanien, Tunesien, Türkei, Albanien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro an. Libyen hatte den Beitritt wegen der Mitgliedschaft Israels verweigert. Ko-Vorsitzende der Union sind Frankreich und Ägypten. Zum Sitz der Mittelmeerunion wurde Barcelona bestimmt, obwohl Frankreich ursprünglich Tunis vorgeschlagen hatte. Dies scheiterte an der Haltung Syriens, das zum Ärger anderer arabischer Länder den Anspruch Spaniens unterstützte. Mit der Schaffung der Mittelmeerunion soll die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Ländern des südlichen und östlichen Mittelmeerraums gestärkt werden. Seit 1995 existierte bereits die Euro-Mediterrane Partnerschaft (Euromed).

Wasserkonferenz gescheitert

Zuletzt war die Wasserkonferenz der Mittelmeerunion in Barcelona an einem Formulierungsstreit zwischen Israel und den arabischen Staaten betreffend die palästinensischen Gebiete gescheitert.

Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri, dessen Land im Mai turnusmäßig den Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat führt, wird sich in Kürze in New York vor dem höchsten Entscheidungsorgan der Vereinten Nationen äußern, wie am Dienstag in Beirut verlautbart wurde. Hariri hatte gegenüber dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und mehreren EU-Regierungschefs Klage über "israelische Drohungen gegen den Libanon" geführt. Staatspräsident Michel Sleimane hatte Israel beschuldigt, mit dem "Märchen" von syrischen Scud-Raketenlieferungen an die Hisbollah einen neuen Konflikt provozieren zu wollen, um sich "dem Druck der USA und Europas entziehen" zu können. Israel hatte die libanesische Regierung gewarnt, dass sie "zur Rechenschaft gezogen" würde, wenn sich die Lage im Nahen Osten durch das Verschulden der schiitischen Hisbollah verschlechtern sollte. (APA)

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10 Postings
hema1
 
28.05.2010 09:32
Sie sehnen sich alle nach Frieden und Wohlstand,

aber sie sind stur wie Esel! So wird es nichts. Miteinander reden ist oberste Praemisse.
Nur wer mit anderen redet kann Missverstaendnisse und Probleme aus dem Weg raeumen und neue Ziel verfolgen.
Der Nahe Osten samt Afrika braucht dringend mehr miteinander, anstatt gegeneinander.
Mit Sabotage laeßt sich niemand vertreiben. Das haben wir schon gesehen.
Sich gegenseitig helfen waere ein besserer Weg. Ohne Hass, ohne Sturheit neue Wege gehen muesste das Ziel sein!
Denn: "Die Erde ist nur ein Land und wir sind alle Brüder und Schwestern."

http://www.hopeland.at

Hamit_Hatemi
15.05.2010 10:15

Wenn Israel meint, dass sei eine "Ohrfeige für Europa", dann frage ich mich, wie man auf so eine fragwürdige Aussage kommt.

Israelischer Wirklichkeitsverlust?

Schrecken der braven Landfrau
12.05.2010 10:02
Spanien hat kein glückliches Händchen als Veranstaltungsleiter

EU-Lateinamerika-Gipfel: Die Mehrheit der Lateinamerikanischen Staaten verweigert eine Teilnahme, wenn der durch den putsch gewählte honduranische Präsident Lobos teilnimmt

Mittelmehr-Gipfel: Viele Staaten verweigern die Teilnahme wenn der Rechtsextremist Liebermann teilnimmt.

Etwas mehr diplomatische Vorarbeit hätte man schon erwarten können.

Emil Sinclair1
11.05.2010 17:43

Ein unnützes Gremium, dessen scheitern bei so gegensätzlichen Teilnehmern vorprogrammiert war.

Das ganze war doch eh nur ein Prestige-Projekt von Sarkozy, gespeist aus Großmannssucht und neokolonialen Gedankenspielen in Paris.

catfish eyes
11.05.2010 15:12

Es war ein taktischer Fehler, die Gemeinschaft unter Einbeziehung Israels zu starten. Die israelische Politik, die darauf abzielt, zur eigenen Stärkung Zwietracht unter den anderen zu säen, macht ein friedliches Miteinander faktisch unmöglich.
Eventuell würde sich die israelische Taktik ja ändern, wenn der Zug vorerst einmal ohne sie abführe...

Fritz Wunderlich
11.05.2010 16:59

tja, solange die syrer keinen frieden wollen, wird das eine luftgolatschn bleiben

tom krishan1
 
11.05.2010 16:46

wohl gänzlicher, ein strategischer.

wie sollte diese sog. Euromed denn auch auf absehbarer zeit funktionieren können, wenn sich EU auf parteische seite israels stellt (z.b. assoziierungsabkommen).

so lange es keine gleichberechtigten voraussetzungen gibt, sollen aus sicht der EU die arab. anreiner wohl so eine art `demokratische´quoten-rolle einnehmen.

zwar unwahrscheinlich, aber vllt. sollten die arab. mittelmeerländer sich vorerst auf einen eigenen mittelmeer-verbund konzentrieren. andernfalls geraten sie ständig ins hintertreffen.

La Saeta Rubia
11.05.2010 17:15
wenn sich EU auf parteische seite israels stellt

Das ist unbestritten der Witz de Tages!

tom krishan1
 
12.05.2010 01:18
Fritz Wunderlich
11.05.2010 16:58

hehe, diktaturenringelei

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