Warimpex schloss Kapitalerhöhung ab

11. Mai 2010, 13:55
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Wien - Der börsenotierte Hotel- und Büroimmobilienentwickler Warimpex, der sich mehrheitlich in Händen der beiden Unternehmensgründer und Vorstände Franz Jurkowitsch und Georg Folian befindet, hat sich nun via Kapitalerhöhung 26 Mio. Euro netto von der Börse geholt. Das entspricht rund 36 Prozent des bestehenden Grundkapitals. "Wir haben die Erhöhung gestern Nacht erfolgreich abgeschlossen - sie wurde mit 1,7-facher Überzeichnung platziert", sagte Warimpex-Chef Franz Jurkowitsch heute, Dienstag, zur APA. Der Streubesitzanteil erreiche nun knapp unter 50 Prozent.

Die Kapitalmaßnahme hätte aber auch ohne dieser am Markt ausreichenden Nachfrage nicht schiefgehen können: Denn die Fondsgesellschaft Ringturm KAG, die seit dem Verkauf durch die Wiener Städtische (Vienna Insurance Group) Anfang 2009 zu 95 Prozent der Erste Bank gehört, hätte gegebenenfalls die Hälfte der rund 14,4 Mio. jungen Aktien übernommen. "Den 'Back-Stop' mit Ringturm mussten wir nicht in Anspruch nehmen", so Jurkowitsch. Für 11 alte Warimpex-Aktien bekam man 4 junge. Der Emissionspreis lag mit 2 Euro je Aktie am unteren Ende der erwarteten Bandbreite zwischen 2,00 und 2,80 Euro.

Etwa die Hälfte des Emissionserlöses werde für die Reduktion der teuersten Verbindlichkeiten verwendet, die andere Hälfte für die Finanzierung von Development-Activities, also laufende Projektentwicklungen und Zukäufe. Neben einem öffentlichen Angebot in Polen gab es eine Privatplatzierung an ausgewählte institutionelle Investoren.

Bei der Kapitalerhöhung zugegriffen haben unter den polnische Investoren die ehemalige Bank-Austria-Tochter BPH, die nun der US-Fondsgesellschaft General Electric Capital gehört, da sie die italienische UniCredit aus Wettbewerbsgründen abgeben musste. Der polnische Fonds ist zu mehr als 5 Prozent an der Warimpex beteiligt. Des weiteren hätten polnische Pensions- und Aktienfonds ihre Positionen ausgebaut - sie halten aber jeweils Anteile unter der Meldeschwelle von 5 Prozent. Die beiden Warimpex-Gründer haben rund ein Viertel ihrer Anteile abgegeben und sind nun - über Stiftungen - zu etwas mehr als 50 Prozent beteiligt.

Polen stärkster Markt

Polen ist der stärkste Markt von Warimpex. "Wir haben über 37 Prozent unserer Kapazitäten, gemessen an der Zimmerzahl, in Polen, aber auch etwa ein Drittel unseres Büroportfolios", so Jurkowitsch. In dem wichtigen CEE-Land erwirtschaftet der Immobilienentwickler etwa 50 Prozent seines Ertrags. Seit Jänner 2007 ist die in Wien börsenotierte Warimpex auch an der Warschauer Börse gelistet.

Die Ringturm KAG hatte sich verpflichtet, quasi als Fangnetz, wenn nicht alle Aktien platziert werden können, 7,2 Millionen Aktien zu übernehmen, allerdings um maximal 2 Euro pro Aktie oder um 12,5 Prozent weniger als der Schlusskurs vom 23. April an der Wiener Börse. Als Gegenleistung für die Übernahmeverpflichtung durch die Ringturm KAG hat Warimpex der VIG eine Option für die Dauer von 24 Monaten eingeräumt. Danach kann die VIG "nach freiem Ermessen bis zu 1,44 Millionen Aktien von Warimpex gegen Zahlung eines Kaufpreises, der dem Bezugs- und Angebotspreis im kombinierten Angebot entspricht, oder einen Barausgleich" verlangen.

Nach dem Vorjahresverlust von fast 93 Mio. Euro will Warimpex laut Jurkowitsch "heuer sicher Gewinne schreiben". Die Warimpex ist derzeit Eigentümer bzw. Miteigentümer von 21 Business- und Luxushotels mit insgesamt mehr als 5.000 Zimmern sowie 5 Geschäfts- und Bürogebäuden mit einer Gesamtnutzfläche von 32.000 Quadratmetern hauptsächlich in Zentral- und Osteuropa. Im Vorjahr ging der Umsatz um rund 10 Prozent auf 85,26 Mio. Euro zurück.(APA)

 

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