Iran bereit zu Treffen mit Ashton

11. Mai 2010, 09:07
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Chefunterhändler Said Jalili will mit EU-Außenministerin reden - Verhandlungen aber nur mit IAEA

Teheran - Im Streit um sein Atomprogramm hat sich der Iran grundsätzlich zu einem Gespräch mit EU-Außenministerin Catherine Ashton bereiterklärt. Chefunterhändler Said Jalili stehe zu einem solchen Treffen zur Verfügung, erklärte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast am Dienstag vor Journalisten in Teheran. Wie am Montagabend bekanntwurde, hat Ashton den türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu gebeten, bei der Vermittlung eines Gesprächs mit Jalili behilflich zu sein. Mehmanparast sagte, die Führung in Teheran sei zwar bereit, "anzuhören, was immer Frau Ashton zu sagen hat". Wie man aber bereits klargemacht habe, werde der Iran nur mit der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien über sein Atomprogramm verhandeln.

Ashtons Sprecher hatte am Montag mitgeteilt, die EU-Außenbeauftragte und Kommissions-Vizepräsidentin habe die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Jalili an die Bedingung geknüpft, dass dabei über mögliche Fähigkeiten des Iran zum Bau von Atomwaffen gesprochen werden müsse. Zudem dürften solche Gespräche kein Hindernis für den weiteren Fortgang der Iran-Beratungen im UNO-Sicherheitsrat sein. Falls Jalili dazu bereit sei, sollten sich Mitarbeiter beider Seiten über Ort und Termin des Gesprächs einigen. Vor der Mitteilung über die Einschaltung der Türkei hatte Ashton gesagt, sie sei zuversichtlich, dass der Weltsicherheitsrat "sehr rasch" eine Resolution mit verschärften Sanktionen für den Fall beschließe, dass der Iran weiterhin nicht zu Verhandlungen bereit sei. Sie erwarte eine solche Resolution in "vier bis sechs Wochen". Die EU halte jedoch die Tür für eine Verhandlungslösung offen.

Davutoglu hatte bei einem Besuch in Teheran ein Treffen zwischen dem iranischen Atomunterhändler und der EU-Außenministerin vorgeschlagen. Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich an Atomwaffen zu bauen. Teheran betont dagegen stets den rein zivilen Charakter seines Atomprogramms. Während die USA versuchen, neue Sanktionen zu erreichen, ist die Türkei skeptisch gegenüber Strafmaßnahmen. Ankara setzt ebenso wie die Ständigen UNO-Sicherheitsratsmitglieder China und Russland weiterhin auf eine Verhandlungslösung in dem Streit. (APA)

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