Mütter dürfen inhaftierte US-"Wanderer" besuchen

11. Mai 2010, 09:12
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Außenminister: Rein aus humanitären Gründen - Drei US-Bürger seit fast einem Jahr in Haft

Teheran - Die iranische Führung ist nach offiziellen Angaben bereit, den Müttern der drei inhaftierten US-Bürger Visa auszustellen. Die Mütter könnten sich an die iranische Botschaft bei den Vereinten Nationen in New York wenden, sagte der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki am Montagabend im iranischen Staatsfernsehen. Dies geschehe allein aus humanitären und nicht aus politischen Gründen, betonte Mottaki.

Im Iran sitzen seit Juli vergangenen Jahres drei Wanderer aus den USA in Haft, weil sie illegal die Grenze vom Irak in den Iran übertreten haben sollen. Freunde der drei US-Touristen berichteten, die Gruppe habe allenfalls aus Versehen die Grenze zum Iran überquert. Die Wanderer hätten in der Gegend der kurdischen Stadt Suleimanija einen Wasserfall ansehen wollen und nicht gewusst, dass sie so nah an der Grenze zum Iran seien.

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte zuletzt seine Bereitschaft zu einem Gefangenenaustausch mit den USA angedeutet. Seit der Geiselkrise an der Teheraner US-Botschaft nach der Islamischen Revolution im Jahr 1979 unterhalten Washington und Teheran keine diplomatischen Beziehungen mehr. Der seit gut einem Jahr amtierende US-Präsident Barack Obama hat Interesse an einer Aussöhnung mit dem Iran geäußert. Weil der Iran trotz massiven internationalen Drucks an seinem Atomprogramm festhält, hat Washington jüngst seine Gangart gegenüber dem Regime in Teheran verschärft und strebt UNO-Sanktionen gegen das Land an. Dem Iran wird vorgeworfen, unter dem Deckmantel eines Atomenergie-Programms nach Nuklearwaffen zu streben. (APA)

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