Erste Anhörung nach Mord an Rechtextremist
Ventersdorp - Einer der beiden mutmaßlichen Mörder des
südafrikanischen Rechtsextremisten Eugene Terre'Blanche hat nach
eigenen Angaben aus Selbstschutz gehandelt. "Ich tat alles aus
Selbstverteidigung und werde auf nicht schuldig gegen alle
Anklagepunkte plädieren", las Chris Mahlangu am Montag aus einer
eidesstattlichen Erklärung bei einer ersten Anhörung in einem Gericht
im südafrikanischen Ventersdorp vor. Er habe keine Vorstrafen und
werde nicht fliehen, wenn er gegen Zahlung einer Kaution freigelassen
werde, versicherte der 28-Jährige.
Chefermittler Tsietsi Mano erklärte, es bestehe durchaus
Gefahr,
dass Mahlangu ins benachbarte Simbabwe fliehen könnte. Nach seinen
Angaben wurde Terre'Blanche mit einem Metallrohr geprügelt und mit
einer Art Machete bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Ihm seien auch
die Hosen heruntergezogen worden, sagte Staatsanwalt George Baloi.
Der zweite Angeklagte, ein 15-Jähriger, erschien am Montag kurz
im
Gericht. Seine Anhörung wurde auf den 10. Juni vertagt. Der
eigentliche Prozess soll im September stattfinden.
Ein Anwalt der beiden hatte zuvor der Wochenzeitung "Sunday
Times"
gesagt, die beiden mutmaßlichen Mörder hätten aus Notwehr nach
homosexuellen Übergriffen gehandelt. Nach Angaben seines Mandanten
habe auf der Farm von Terre'Blanche "eine Art" gleichgeschlechtlicher
Verkehr stattgefunden. Demnach soll Terre'Blanche den beiden Männern,
zwei schwarzen Angestellten seiner Farm, Alkohol aufgedrängt und
versucht haben, "mit einem oder beiden" Sex zu haben.
Terre'Blanche war Anfang April ermordet auf seiner Farm in
Ventersdorp im Nordwesten des Landes aufgefunden worden. Ein Streit
um ausstehende Löhne wurde als Motiv für den Mord genannt. (APA)