Städtische nicht mehr im Porr-Syndikat

10. Mai 2010, 18:44
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Konzernchef Geyer will seine Bau-Aktien an türkischen Porr-Aktionär verkaufen.

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Wien - Weil die Vienna Insurance Group (VIG, früher Wiener Städtische) ab sofort nicht mehr im Porr-Syndikat ist, sollen bei der Hauptversammlung am 27. Mai der Aufsichtsrat neu zusammengestellt: Die Vertreter der VIG, Brigitte Dornaus (Vorstand) und der Anwalt Georg Riedl abgewählt werden.

Neu in das Gremium gewählt werden Erman Ilicak (Vertreter der Renaissance Construction, hält 10,22 Prozent), Michael Junghans (Vertreter der B&C Stiftung, hält 38,70 Prozent), Iris Ortner-Winischhofen (Tochter des Unternehmers Klaus Ortner, dessen Gruppe 29,76 Prozent hält) und Ex-Wienerberger-Chef und Ex-ÖBB-Aufsichtsratschef Wolfgang Reithofer. Ortner-Winischhofer hat ihr Aufsichtsratsmandat bei der Porr-Tochter UBM bereits zurückgelegt.

VIG-Chef Günter Geyer bestätigte im Standard-Gespräch, dass er von der Renaissance-Gruppe das Angebot bekam, seine Porr-Aktien (9,18 Prozent) zu verkaufen - und er sei dazu bereit. Aller Voraussicht nach nicht alle auf einmal, sondern zunächst nur fünf Prozent. Mit dem Ausscheiden der VIGaus dem Syndikat ist ein fast Jahrzehnte langer Streit zwischen VIG und der einst Bank Austria nahmen B&C Stiftung zu Ende gegangen. Bei der letzten Porr-Kapitalerhöhung und dem gleichzeitigen Einstieg der türkischen Renaissance-Gruppe fiel der VIG-Anteil unter die für das Syndikat entscheidende Marke von zehn Prozent.

Die Übernahmekommission hatte daraufhin den Auftrag zu prüfen, ob die B&C Stiftung ein Übernahmeangebot für die Porr legen müsste. Das sei nicht der Fall, heißt es in ihrer nun vorliegenden Stellungnahme. Das neue Syndikat besteht nun aus der B&C Stiftung sowie der Ortner-Gruppe. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.5.2010)

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    Wolfgang Reithofer ab Ende Mai neu im Porr-Aufsichtsrat.

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