Hirnscans erlauben Einblicke in unser Personengedächtnis

10. Mai 2010, 21:00
3 Postings

Experiment: Probanden mussten Porträts identifizieren

Washington - Mit den Fortschritten in den bildgebenden Verfahren der Neurowissenschaften gelingt es immer besser, Menschen ins Gedächtnis zu schauen. Nun haben US-Neuropsychologen der Universität Stanford getestet, ob sich allein mittels Hirnscans sagen lässt, ob einer Person ein Gesicht neu oder bekannt vorkommt - was erhebliche Auswirkungen etwa für Zeugenaussagen bei Gerichtsverhandlungen hätte. Wie die Forscher um Jesse Rissman im Fachblatt PNAS schreiben, ist man aber noch nicht ganz so weit.

Bei den Experimenten präsentierten die Forscher ihren Probanden Porträtaufnahmen. Eine Stunde später zeigten sie ihnen eine Auswahl derselben Bilder erneut, allerdings zusätzlich auch Porträts anderer Personen. Tatsächlich konnten nun geschulte Auswerter, die die Hirnscans der Versuchspersonen beim Betrachten vorgelegt bekamen, unterscheiden, ob eine Versuchsperson ein Gesicht korrekterweise als bekannt oder neu bewertete.

Allerdings konnten die Auswerter nicht unterscheiden, ob eine Versuchsperson ein Gesicht tatsächlich schon einmal gesehen hat oder sich das nur einbildete. Und diese Ungewissheiten müssten erst besser analysiert werden, ehe Hirnscans als Beweismittel zugelassen werden. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 11. 5. 2010)

Share if you care.