Kommission denkt an schärfere CO2-Einsparziele

10. Mai 2010, 17:58
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Wien - Eine Studie, in Auftrag gegeben von der EU-Kommission, unterstützt den Vorschlag, den EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard letzte Woche machte: Demnach sollten die sogenannten 20/20-Ziele (20Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020) auch dann auf 30 Prozent aufgestockt werden, wenn andere große Emittenten wie die USA oder China nicht mitziehen.

Ungebrauchte CO2-Rechte

In der Studie wird nämlich das 30-Prozent-Ziel als durchaus machbar beschrieben, und zwar vor allem deshalb, weil durch die osteuropäischen Länder in der EU viel sogenannte "heiße Luft" auf den Markt kommt - also Emissionsberechtigungen osteuropäischer Staaten, hinter denen aber kein realer Treibhausgasausstoß steht.

Außerdem, so Erwin Mayer vom Wiener Beratungsunternehmen Denkstatt, sinkt wegen der Wirtschaftskrise der Treibhausgasausstoß grundsätzlich deutlich. So sank auch in den USA der Ausstoß von Kohlendioxid im Vorjahr um sieben Prozent und damit am stärksten seit Beginn der CO2-Aufzeichnungen vor gut 60 Jahren.

Laut EU-Studie würde ein 30-Prozent-Ziel mit lediglich 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Buche schlagen. Dafür würde das schärfere Ziel als eine Art "Technologiepeitsche" fungieren, mit mehr "Green Jobs" und einer größeren Unabhängigkeit von Ölpreisschocks. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.5.2010)

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