Korruptionsverdacht gegen Bürgermeister

10. Mai 2010, 17:49
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Tiwag, die landeseigene Energiegesellschaft, steht im Mittelpunkt von Kritik

Innsbruck - Nach Veröffentlichung von Dokumenten auf der Homepage des Publizisten und Kraftwerksgegners Markus Wilhelm steht die Tiwag, die landeseigene Energiegesellschaft, im Mittelpunkt von Kritik. Laut Wilhelm soll die Tiwag den Wahlkampf des Kaunertaler Bürgermeisters Josef Raich (VP) finanziert haben. Im Gegenzug sollte sich Raich für einen weiteren Kraftwerksausbau im Kaunertal starkmachen. Die Oppositionsparteien im Landtag, Grüne und Liste Fritz, fordern eine Prüfung durch den Landesrechnungshof oder die Einset-zung eines Untersuchungsausschusses.

Mittlerweile überprüft auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft die Vorwürfe der Parteienfinanzierung. Wilhelms Dokumente sollen belegen, dass eine Innsbrucker PR-Agentur, die unter anderen die Tiwag zu ihren Kunden zählt, auch für den Wahlkampf des siegreichen Bürgermeisterkandidaten in der Gemeinde Kaunertal, Josef Raich, verantwortlich war. Das Geld für diese Kampagne soll die Tiwag bereitgestellt haben. Sowohl Tiwag als auch der Kaunertaler Bürgermeister bestreiten die Vorwürfe.

Ein ähnlicher Fall ist amWochenende in Telfs aufgeflogen: Dort soll der Wahlkampf des siegreichen Bürgermeisterkandidaten Christian Härting (ebenfalls VP) offenbar vom Tourismusverband (TVB) mit 6000 Euro unterstützt worden sein. Der Obmann des TVB trat zurück. Bürgermeister Härting betont, von der "Spende" nichts gewusst zu haben. (ver, DER STANDARD, Printausgabe, 11.5.2010)

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