Oberster arabischer NGO-Koordinator in Haft
Tel Aviv - Israelische Sicherheitskräfte haben zwei
führende arabische Aktivisten wegen mutmaßlicher Spionage
festgenommen. Der Militärzensor hob am Montag ein
Berichterstattungsverbot in dem Fall auf, der seit Tagen für großen
Ärger sowie zu Protesten unter arabischen Israelis geführt hatte. Die
beiden Festgenommenen werden der Spionage für die libanesische
schiitische Hisbollah-Organisation sowie der Konspiration mit
feindlichen Agenten verdächtigt. Sie werden derzeit vom
Inlandsgeheimdienst Shin Beth vernommen. Israel stuft die
pro-iranische Hisbollah, die in der libanesischen Regierung vertreten
ist, als Terrororganisation ein.
Einer der beiden Festgenommenen, Amir Machul, ist Direktor
eines
Dachverbandes nicht-staatlicher palästinensischer Organisationen in
Israel (Ittijah - "Union of Arab Community-Based Associations"). Der
langjährige politische Aktivist hatte auf Konferenzen im Ausland
immer wieder Israel beschuldigt, die arabische Minderheit im Land zu
diskriminieren. Der andere Festgenommene ist Omar Said von der
arabischen Nationaldemokratischen Partei (Balad) des ehemaligen
Knesset-Abgeordneten Azmi Bishara, dem illegale Kontakte zur
Hisbollah zur Last gelegt werden und der seit 2007 im Exil lebt.
Die Online-Ausgabe der Tageszeitung "Haaretz" zitiert einen
Anwalt
mit den Worten, dass die Spionagegesetze in Israel so weit gefasst
sind, dass selbst ein Chat im Internet oder gar ein Telefongespräch
mit einer Person im "Feindesland" zur Anklage führen könnte. Machul
wurde nach Angaben seiner Familie um 06.00 Uhr in der Früh am
vergangenen Donnerstag in seinem Haus in Haifa von 18
Sicherheitskräften festgenommen. Er habe keinen Anwalt rufen können.
Das Haus sei durchsucht und persönliche Gegenstände wie Computer,
Mobiltelefone sowie Dokumente seien konfisziert worden. (APA/dpa)