Neulich im Internet

10. Mai 2010, 16:26
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    foto: robert newald

Die Blumen des Bösen - Von Karl Fluch

Dass Wien zumindest bezüglich Niedertracht, Mieselsucht und Missgunst eine Stadt von Welt ist, bestätigte sich rund um das viertägige Popfest, das am Wochenende am Karlsplatz ausgetragen wurde.

An den zeitgenössischen Klagemauern, den Internet-Foren (auch des Standard), ließ sich das Ausmaß des Kleingeistigen in rarer Konzentration ablesen. Versteckt hinter Pseudonymen wurde fröhlich Sippenhaftung, Denunziation und Rufmord betrieben.

Einst als Indiz einer "Demokratisierung der Medien" schöngesprochen, sind Online-Foren zu den Stamm- und Tagebüchern pathologischer Raunzer und Nörgler verkommen. Das nimmt der gelernte Österreicher bei politischen Themen längst resigniert zur Kenntnis. Aber dass bei einem profanen Popfest, das nicht mehr will, als kurzfristig mit heimischem Pop für Unterhaltung zu sorgen, die Blumen des Bösen derart erblühen, verwunderte doch. Einerseits.

Andererseits war die Anonymität immer schon der bevorzugte Nährboden der Bösartigkeit. Das Odeur der dort treibenden Gewächse äußert sich heute eben auch medial. Die Tatsache, dass gut 40.000 Stadtbenutzer über das Popfest froh waren, soll aber nicht von jenen paar Dutzend Baumpinklern eingetrübt werden, die auch noch glauben, ihre Lackerln wären ernstzunehmende Kritik. (Karl Fluch, DER STANDARD/Printausgabe, 11.05.2010)

Kommentar posten
12 Postings
Yaketi Yak
01
11.5.2010, 22:41

D'accord, was die Beobachtung diverser Meinungsäusserungen - um das mal so harmlos zu benennen - rund um das Popfest Wien betrifft. Und trotzdem würde ich die Freiheit, anonyme (doch Forenregel-konforme) Ungezwungenheit und weitgehende Zensurlosigkeit dieses Forums und aller Internet-Formen weiterhin begrüssen, nutzen, verteidigen.

kerihuelo
03
11.5.2010, 13:37

die geister die ich rief ;=)

KTHXBYE
43
11.5.2010, 10:51
"... sind Online-Foren zu den Stamm- und Tagebüchern pathologischer Raunzer und Nörgler verkommen. ..."

Jetzt wird eh schon en masse zensuriert, was euch nicht paßt, aber nein, das ist nicht genug; es darf von vornherein nur zustimmend und lobend gepostet werden, egal was das Thema ist. Der Autor des jeweiligen Artikels könnte sonst dem Leberwurschtsyndrom anheimfallen.

enomel
00
15.5.2010, 13:05
die frage ist WIE

man kann immer an allem etwas aussetzen- die frage ist, ob man den positiven oder den negativen sachen mehr gewicht gibt.
und wenn die positiven sachen bei weitem überwiegen, wie das beim popfest der fall war, sollte das auch in den rückmeldungen/postings zum ausdruck gebracht werden, und nicht ein verzerrtes/schlechtes bild widergegeben werden!

Superwolf
00
11.5.2010, 10:08

das jetzt sogar schon karl fluch des grundlosen sudern überdrüssig geworden ist... die welt steht nimmer lang...

contains sugar
00
12.5.2010, 19:38

und was wäre der artikel dann? ;))

i po
00
10.5.2010, 22:47
40.000?

wohl nur, wenn man jene, die an 2 abenden dort waren, auch 2x zählt.
ich war gestern, war schön - nur nach dem open air, der saal war dann schon etwas unterdimensioniert - wenns auch gestern keine 40.000 waren.

Anyuser
 
00
11.5.2010, 06:31

Die Zahl ist mir auch unerklärlich. Am ersten Abend sollen 7000 gewesen sein, am zweiten um die 1000, am dritten war ich dort (hat eher auch nach 1000 ausgesehen), der letzte war laut Berichten ebenfalls nicht sooo überfüllt.

Wie sich da 40.000 Leute ausgehen sollen ist mir nicht klar. Wer zählt das überhaupt, und wie?

contains sugar
00
12.5.2010, 19:39

was meinst du mit "dort"?
das FM4-fest ähm popfest hat ja nicht nur am karlsplatz stattgefunden.

matthias cremer
28
10.5.2010, 21:33

charly, das hast du schön gesagt.

Die Zeit ist reif
311
10.5.2010, 18:14
Wahre Worte

und Danke für die Veranstaltung :-).

No Use for a Name
95
10.5.2010, 17:12
harte Worte von einem, ...

der doch selber immer wieder gerne Lackerl macht - oder soll man das als, von dem Einen noch nicht als solche erkannte, Selbstkritik verstehen?

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