Langstrecke, schnelle Kurven, Verbrauch

10. Mai 2010, 15:29
posten

Sodale, am Wochenende sind wir mit dem S-Max das erste Mal auf die "Langstrecke" gegangen, es galt, die Dissertation eines alten Studienkollegen auf der Murinsel in Graz abzufeien, und am Tag darauf die Familie zu treffen. Einiges, was ich bis jetzt über den S-Max geschrieben habe (und wo ich mir nicht sicher war ob das so bleiben würde) muss ich mittlerweile revidieren.

Zunächst zum Fahrwerk. Bis zum Wochenende konnte ich den S-Max nur in Wien und auf den mit 80km/h begrenzten Autobahnen testen. Dort war ich bis jetzt wirklich begeistert. Eine Fahrt über den Wechsel bietet aber genug Möglichkeiten um selbst im legalen Geschwindigkeitsbereich die eine oder andere Macke im Fahrwerk zu finden, und ja, die gibt es doch, wenn auch auf einem hohen Niveau. Als Vergleich dient mein "normales" Auto, ein "Bayerischer Mistwagen" - ich find diese Messlatte zulässig, da Ford ja den S-Max als "sportlichen Mini-Van" propagiert. Natürlich erwarte ich mir kein Fahrverhalten wie bei einer auf dem Asphalt klebende Flunder, aber wenn schon "sportlich" beworben, dann müssen einige Dinge schon passen.

Wenn's nun mit dem S-Max ein wenig gewagter in die schnellen Autobahnkurven bei der Fahrt über den Wechsel von der Steiermark kommend geht dann hat er schon mal die Neigung, unexakt zu werden. Querfugen oder Schlaglöcher werden mit einem kurzen Versetzen geahndet. Das merkt man zwar nicht anhand unangenehmer Schläge im Auto, aber schließt man mal (als Beifahrer, wohlgemerkt) die Augen, dann spürt das Popometer das doch recht deutlich. Und nicht immer trifft man die Kurve so, wie man sich das vorstellt. Für meine Begriffe ist die Lenkung doch zu leichtgängig und indifferent.

Erstaunlich auf die Nerven gefallen sind uns die Sitze - mir persönlich ist die Sitzfläche zu weich, was das Fahrwerk noch einigermaßen wegsteckt wird mit einem Schaukeln des Körpers auf der Sitzfläche beantwortet. Und die verstellbare Lordoseunterstützung reicht von "gar nicht" bis "wenn ich mich konzentrier dann spür ich vielleicht was". Nicht ganz meine Vorstellung von den beworbenen Sportzsitzen. Ebenfalls nervig, aber mittlerweile in beinahe jedem Fahrzeug störend wenn man haltungstechnisch noch nicht ganz hinüber ist: sitzt man mit dem Oberkörper und dem Nacken gerade, so steht der Hinterkopf an den Nackenstützen an. Ganz besonders schlimm für viele Frauen, die einen Zopf oder ähnliches haben. Sämtliche Versuche, hier mit den Verstellmöglichkeiten eine Lösung zu finden schlugen bei uns fehl.

Verbrauchstechnisch schaut's "interessant" aus: wir stehen knapp vor Ende der ersten Tankfüllung bei 8,3l/100km laut Bordcomputer - es bleibt die Hoffnung, dass sich der Motor und das Getriebe erst warmfahren müssen. Aus den Blogs meiner Kollegen konnte ich aber entnehmen, dass es dort gleiche Verbrauchswerte zu melden gibt. spritmonitor.de gibt für diesen Wagen einen Durchschnitt von 7,55l/100km an. Für mich persönlich zu viel, vor allem über 2l mehr als bei meinem Vergleichsauto, trotz Wandlerautomatik.

Das alles spielt sich, wie gesagt, auf hohem Niveau ab - im Vergleich mit durchschnittlichen Mittelklasselimousinen wird sich der S-Max bezüglich Fahrwerk, Dynamik und Langstrecke nix schenken, an sich schon ein kleines Wunder angesichts der Größe des Autos. Er schaut Klasse aus, hat Platz ohne Ende, und für mich schon sehr wichtig: Spaß macht er auf alle Fälle!

Share if you care.