Verwirrung um Bischof Mixa: Angebliches Opfer dementiert

10. Mai 2010, 14:58
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Zurückgetretener Geistlicher in Schweizer Sanatorium

Augsburg - Verwirrung um die Missbrauchsvorwürfe gegen den zurückgetretenen deutschen Bischof Walter Mixa: Ein im Internet enttarntes angebliches Opfer des inzwischen vom Papst abberufenen Augsburger Oberhirten hat die Behauptung des Missbrauchs als falsch zurückgewiesen. Die Zeitung "Donaukurier" hatte am Wochenende berichtet, die Hinweise im Internet auf einen heute 26-jährigen Mann seien aus dessen Umfeld verbreitet und über einen katholisch-konservativen Internetdienst publik gemacht worden. Der Betroffene ließ laut Angaben der Zeitung aber über einen Anwalt erklären, er habe mit der Sache nicht das Geringste zu tun.

Der leitende Oberstaatsanwalt in Ingolstadt bestritt jedoch am Montag auf Anfrage, dass der Name des angeblichen Opfers Teil der Untersuchungsakten zum Fall Mixa sei. Nähere Angaben zu anderen Namen oder den laufenden Vorermittlungen gegen den Bischof wollte er nicht machen. Der von Mixa eingeschaltete Augsburger Rechtsanwalt Gerhard Decker hat den zurückgetretenen Würdenträger in einem Sanatorium in Basel besucht und nach eigenen Angaben mit ihn die weitere Vorgehensweise abgesprochen. Erneut soll Mixa den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen und erklärt haben, er wisse nicht, was ihm angelastet werde.

Rücktrittsangebot angenommen

Papst Benedikt XVI. hatte am Samstag das Rücktrittsangebot Mixas vom 21. April angenommen. Hintergrund waren wochenlange Kritik und Gewaltvorwürfe früherer Heimkinder. Am Freitag war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft Ingolstadt Vorermittlungen gegen den 69-Jährigen, der auch deutscher Militärbischof war, wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eingeleitet hat. Der Papst soll von den neuen Vorwürfen gewusst haben, bevor er seine Entscheidung traf. Es soll sich um einen Missbrauchsfall aus Mixas Zeit als Eichstätter Bischof zwischen 1996 bis 2005 handeln.

Der neu gewählte Diözesanadministrator, Weihbischof Josef Grünwald (73), verneinte am Montag, dass das Bistum Mixa bei der Staatsanwaltschaft angezeigt habe. Man habe aber nach den Leitlinien der Bischofskonferenz gehandelt und Verdachtsfälle der Generalstaatsanwaltschaft München zur Prüfung übergeben. Als neuen Bischof wünschte sich Grünwald einen "Bischof der eint, volksnah ist und eine Persönlichkeit darstellt." (APA)

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