Ehemalige Audimax-Besetzer verlieren letzten Versammlungsort

10. Mai 2010, 14:30
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Rektorat ließ am Samstag Schlösser der Aula im Alten AKH austauschen - Klagen von Uni-Mitarbeitern über Müll, Lärm und Gestank - Studenten sprechen von "Frotzelei"

Wien - Die ehemaligen Audimax-Besetzer haben am Wochenende ihren letzten Versammlungsort an der Uni Wien verloren. Am Samstag hat das Rektorat die Schlösser der Aula im Alten AKH, die die Studenten seit Weihnachten für Versammlungen nutzen durften, austauschen lassen. "Die Aula ist geschlossen, da die Vereinbarung zwischen der Universität Wien und den VertreterInnen der Studierenden aufgelöst wurde", hieß es laut den Studierendenhomepage unseruni.at auf den versperrten Eingangstüren.

Rektorat: "Dort war ja niemand"

Eine Sprecherin des Rektorats begründet die Maßnahme damit, dass Uni-Mitarbeiter aus umliegenden Büros zuletzt von Bedingungen berichtet hätten, unter denen man nicht arbeiten könne. Sie hätten über Müll, Lärm und Gestank geklagt, so die Sprecherin. Die Ex-Audimax-Besetzer sprechen hingegen von "Frotzelei" durch das Rektorat, dieses habe nicht einmal versucht, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Von einem Rauswurf der Studenten könne laut Rektorat nicht die Rede sein, "dort war ja niemand". Überhaupt hätten sich zuletzt nur zwischen zwei und vier Personen in der Aula aufgehalten, die teilweise nicht einmal zu der Protestbewegung gehört hätten. Die Nutzung des Raums habe "nichts mehr mit dem zu tun gehabt, was vereinbart war". Die Schließung der Aula sei zudem nicht überraschend gekommen, immerhin habe es bereits vor zwei Wochen Gespräche mit den Studenten gegeben.

Studenten: Vorwürfe "nicht nachvollziehbar"

Das Rektorat will aus der Debatte allerdings auch gelernt haben, dass den Studenten mehr Raum an der Uni gegeben werden müsse. Noch das gesamte Sommersemester über läuft deshalb der Ideenwettbewerb "Student Space", bei dem Studenten Vorschläge einbringen können, wie bestehende Räumlichkeiten besser genutzt werden können. Aus Sicht der vertriebenen Studenten ist dieser Ideenwettbewerb nur eine Farce. Vor kurzem hätten sie Bemühungen gestartet, die Aula für mehr Studenten etwa als Lernort nutzbar zu machen. "Diese Bemühungen hat das Rektorat nun zunichte gemacht", beklagte einer der Betroffenen. Er betonte außerdem, dass in der Aula weiterhin regelmäßig Treffen von Arbeitsgruppen stattgefunden hätten. Die Vorwürfe der Uni-Mitarbeiter nennt er "nicht nachvollziehbar". In offenen Räumen in der Öffentlichkeit könne jeder ein und aus gehen, den Studenten pauschal die Schuld an Dreck oder Lärm zu geben, sei nicht in Ordnung. (APA/red)

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