Pilottest zeigt "beträchtliche" Mathe-Defizite bei "Matura Neu"

10. Mai 2010, 14:12
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Rund 1.000 Schüler der sechsten Klassen beteiligt - Konzept für neue Deutsch-Matura: Kein Literaturkanon vorausgesetzt

Wien - Die österreichischen Schüler weisen bei den mathematischen Grundkompetenzen "zum Teil recht beträchtliche Defizite" auf. Das zeigt ein vom Institut für Didaktik der Mathematik an der Uni Klagenfurt durchgeführter erster Pilottest für die ab 2014 geplante neue Mathematik-Matura. Teilgenommen haben daran rund 1.000 AHS-Schüler der sechsten Klassen, abgefragt wurden die nachhaltig erworbenen Kompetenzen der fünften Klasse.

Der Test wurde als Erhebung der Ist-Situation in den Pilotschulen und in der Regel ohne besondere Vorbereitung durchgeführt. Die Ergebnisse lagen "in dem von der Projektgruppe erwarteten Rahmen und stützen die Annahme, dass die österreichischen Schüler(innen) bei den Grundkompetenzen z. T. recht beträchtliche Defizite aufweisen". Auffällig: Schüler von Realgymnasien schnitten nur leicht besser ab als Schüler von Gymnasien. Eindeutig am schlechtesten waren die Resultate der Schüler von Oberstufen-Realgymnasien. Weitere Pilottests folgen im Oktober 2010 (zu Inhalten der 5. und 6. Klasse), im Oktober 2011 (zu Inhalten der 5., 6. und 7. Klasse) sowie im Februar 2012 (zu Inhalten der 5. bis 8. Klasse).

Weniger Wahlmöglichkeit bei Deutsch-Matura

Für die künftige AHS-Deutsch-Matura gibt es unterdessen ein erstes Konzept. Laut Newsletter des Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) wird die Aufgabenstellung dabei immer aus einem oder mehreren Ausgangstexten bestehen, die "literarischer oder nichtliterarischer Art sein können". Und "spezifische Werkkenntnis (Literaturkanon) wird nicht vorausgesetzt." Die Maturanten müssen in der Regel zwei Texte verfassen, es werden dabei Richtwerte bezüglich des Umfangs vorgegeben. Bei den Themenstellungen sollen den Schülern nicht weniger Wahlmöglichkeiten als bisher angeboten werden. Die Lehrer erhalten wiederum genaue Unterlagen, die Korrektur und Beurteilung nach einheitlichen Gesichtspunkten sicherstellen sollen.

Bei der Deutsch-Matura überprüft werden die "Fähigkeit, den Inhalt der Ausgangstexte zu verstehen und ihre Problematik in einen Sinnzusammenhang einordnen zu können", die "Fähigkeit zur Stellungnahme zu dem jeweiligen Thema" sowie "Fähigkeiten wie Lesen, Textverstehen, Textanalyse, Textinterpretation, Textsortenkenntnis". Außerdem müssen die Maturanten "sprachliche Verfahrensweisen und Strategien von Texten analysieren", "sprachliche Strategien beherrschen, die der Textsorte bzw. dem Adressaten/der Adressatin adäquat sind. (Argumentieren, Beschreiben, Erzählen, Appellieren)", "kohärenz- und kohäsionsstiftende sprachliche Mittel einsetzen" und zu "verstehenserleichternder und sachadäquater Strukturierung, grammatisch und orthografisch korrekte Sprachverwendung" fähig sein. (APA)

 

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