Verhandlungen zwischen YouTube und GEMA gescheitert

10. Mai 2010, 17:24
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Auch österreichische Verwertungsgesellschaft AKM schließt sich an: "Wir können und wollen nicht weiter tatenlos zusehen" - Musikrechteverwerter fordern "angemessene Vergütung"

München - Der Musikrechteverwerter GEMA hat die Verhandlungen mit Google um die Bezahlung von Musikvideos auf YouTube abgebrochen. Bereits Ende März 2009 war der Nutzungsvertrag ausgelaufen, woraufhin viele in der GEMA vertretenen Künstler keine Tantiemen mehr von YouTube erhielten. Beide Seiten versuchten daraufhin, in Verhandlungen eine neue Lösung zu finden. Auch die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM schließt sich dem Fall an, wie es am Montag in einer Aussendung heißt. "Wir können und wollen nicht weiter tatenlos zusehen, wie das Repertoire unserer Mitglieder von und auf YouTube.de illegal zugänglich gemacht wird", so Gernot Graninger, Generaldirektor der AKM. Google zeigte sich unterdessen von der GEMA-Entscheidung "enttäuscht".

Die GEMA handelt bei dem Gesprächsabbruch im Verbund mit acht weiteren Verwertungsverbünden, neben der AKM unter anderem auch mit den US-Autorengesellschaften ASCAP, BMI und SESAYC sowie der französische SACEM. "Die Verhandlungen mit YouTube haben leider bisher nicht zu einem akzeptablen Ergebnis geführt", erklärte GEMA-Vorstandschef Harald Heker. Bei der Auseinandersetzung geht es um die Einnahmen aus der Vermarktung von Musik im Internet. Laut GEMA ist es das Ziel der Verhandlungen, eine "angemessene Vergütung der Urheber zu erreichen".

Google zeigte sich von der GEMA-Entscheidung "enttäuscht": "Je mehr Musik-Videos auf YouTube abgerufen werden und je populärer diese Musik-Videos werden, desto mehr Geld kann YouTube erwirtschaften, um es mit Verwertungsgesellschaften und den von ihnen vertretenen Songwritern zu teilen", erklärte Google. Man könne jedoch nicht erwarten, dass sich YouTube in ein Geschäft begebe, bei dem es jedes Mal, wenn ein Musikvideo abgerufen wird, Geld verliere. "Das ist einfach nicht nachhaltig."

Parallel zum Abbruch der Verhandlungen verschärfte das internationale Bündnis der Verwertungsgesellschaften den Ton gegenüber dem Internetportal. Es forderte YouTube auf, 600 ausgewählte Werke zu sperren, die das Unternehmen trotz des Auslaufens der Nutzungsverträge angeblich unrechtmäßig anbietet. Damit wolle die Allianz "ein Zeichen" setzen, dass es die "anhaltende illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke" durch YouTube nicht dulden werde, erklärte die GEMA.

Die Verwertungsgesellschaften könnten problemlos alle Werke der von ihnen vertretenen Künstler sofort entfernen lassen, teilte die GEMA weiter mit. Darauf werde "mit Blick auf die Bedürfnisse" der Fans derzeit aber noch verzichtet. Auch die Urheber selbst hätten ein Interesse an der Internetvermarktung ihrer Musik. Das eigentliche Ziel der Verwertungsgesellschaften sei es, die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken ohne entsprechende Vergütung zu beenden und zu einer Vereinbarung zu kommen, "die für beide Seiten annehmbar ist."

Nach eigenen Angaben vertritt das internationale Bündnis der GEMA und ihrer Partner 60 Prozent des weltweiten Musikrepertoires. Die GEMA repräsentiert eine Million Rechteinhaber aus aller Welt sowie 60.000 deutsche Komponisten, Autoren und Musikverleger. (APA)

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