Kontinuität fehlt

Arbeitsleben: Lebensläufe zunehmend lückenhaft

14. Mai 2010, 10:50
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    Lange Beschäftigungsverhältnisse sind immer seltener

Berufseinsteiger lange arbeitslos - Vollzeitjobs gehen zurück - Lange Beschäftigungsverhältnisse selten

Düsseldorf/Stadtbergen - Die Lebensläufe von Arbeitnehmern werden immer lückenhafter. Einer aktuellen Erhebung des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie (Inifes) zufolge hat sich zum Beispiel der Anteil derjenigen, die dauerhaft ohne Arbeit sind, seit den 80er-Jahren mindestens verdoppelt. Besonders dramatisch ist der Anstieg bei vielen Einsteigern unter 30, sodass Experten nun befürchten, dass diese Veränderungen große Probleme in der Alterssicherung nach sich ziehen könnten.

Kontinuität in Lebensläufen fehlt

"Obwohl die erhobenen Daten zwischen 1984 sowie 2007 lediglich einen Befund darstellen, kann man vor allem bei Berufseinsteigern feststellen, dass die Kontinuität der Lebensläufe häufig nicht mehr gegeben ist und viele Zwischenstationen vorzufinden sind", unterstreicht Studienautor Falko Trischler. Verschärfend komme in Deutschland hinzu, dass die Politik durch die Pensionsreformen die Zahlbeträge gesenkt habe, die Gefahr der Altersarmut dadurch rapide ansteige und hochgradig gruppenspezifisch zum Vorschein trete.

Bei der Erhebung haben die Inifes-Wissenschaftler eine differenzierte Betrachtung der Phasen des Berufseinstiegs, der Kernerwerbsphase und der Phase des Altersübergangs vorgenommen. Dabei stellten Sie fest, dass die Einstiegsphase der 20- bis 30-Jährigen heute deutlich anders verläuft, als noch vor 25 Jahren. Inzwischen hat sich der durchschnittliche Berufsstart massiv verschoben, weil die Zeit der Ausbildungen länger wird. Besonders ausschlaggebend ist aber immer mehr die frühe Arbeitslosigkeit. Für Deutsche aller Regionen nahm das Risiko zu.

Arbeitslosigkeit wird zur allgemeinen Erfahrung

"Arbeitslosigkeit wird zunehmend zur allgemeinen Erfahrung. So werden sich Arbeitgeber künftig darauf einstellen müssen, auf Bewerber mit Aussetzern in den Lebensläufen zu treffen", sagt Trischler. Die Zahlen belegen den Trend. Für alle Gruppen nahm zwischen 1991 und 2007 das Risiko der Arbeitslosigkeit zu. Schon jeder zwanzigste 20- bis 30-Jährige war in der Periode zwischen 2003 und 2007 mindestens zweieinhalb Jahre ohne Arbeit. Zwischen 1985 und 1989 war indes nur jeder hundertste von Dauerarbeitslosigkeit betroffen.

Nicht nur der Anteil der Vollzeitbeschäftigten bei den Unter-30-Jährigen sank im Laufe der Jahre. Auch lässt sich bei den 30- bis 50-Jährigen in der sogenannten Kernerwerbsphase im Vergleich zu den 80er-Jahren ein höherer Anteil an Frauen feststellen. Dennoch wird dieser Trend davon überschattet, dass Frauen weniger in Vollzeitjobs, sondern verstärkt geringfügigen oder Teilzeit-Beschäftigungsverhältnissen nachgehen. Außerdem bleibt noch immer jede sechste westdeutsche Frau zwischen 30 und 50 die meiste Zeit dem Arbeitsmarkt fern. (pte)

Link

Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie (Inifes)

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Die Untersuchung "Gute Erwerbsbiographien - Arbeitspapier 1: Erwerbsverläufe im Wandel" steht  als PDF-Download zur Verfügung

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 78
1 2 3
Herr Plumm
00

ich hab mittlerweile die 6 vertragsverlängerung (uni, 0.5 - 1 jahre befristete verträge)...wann gibts da eigentlich ein recht auf einen unbefristeten?

Hacklergschichten und Arbeitssachen
 
00
Lücken sind kein Problem.

Aber erst dann, wenn die Möglichkeit besteht, während des Bewerbungsprozesses persönlich über sein Leben zu erzählen. Und diese Möglichkeit gibt es jetzt:

http://okto.tv/hacklergschichten/

Ausstrahlung der nächsten Folge auf OKTO am 08.06.2010 um 20.30 Uhr

Bin kein Leerer
01
21.5.2010, 09:57
Der Lauf des Lebens

Der "Personaler" in den Firmen ist ohnehin schon längst überfordert und kann bestenfalls ein oberflächliche Filterung der Angebote durchführen.
Dies ist mit ein Grund, warum man diese Tätigkeiten immer mehr "auslagert" an exterene "Spezialisten". Ergebnis ist ein noch schlechtere "Filterung" da der "Spezialist" überhaupt keine fachliche Beziehung zur offenen Stelle hat.
Man hat aber einen "Schuldigen".
Wenn nun ständig damit argumentiert wird, dass das "Bewerbungstraining" (angeblich nachgewiesen) deutlich bessere Vermittlungschancen bedeuten, ist dies der Beweis dafür, dass all diese "Vermittler" nicht in der Lage sind, das zu vermitteln, was auch tatsächlich gesucht wird.
... ach ja, wir haben viel zu wenige Fachkräfte ...

francis79
 
03
18.5.2010, 07:39
Wo bleibt das Angebot?Was ist mit den Coachern los?

Die sollen doch die Personaler unterstützen! Es braucht endlich Trainigns und Seminare ... zum Beispiel:
"In der Ruhe liegt die Kraft"
(Wie werde ich damit fertig, wenn ein Lebenslauf auf meinem Tischliegt, bei dem zwischen 2 Anstellungsverhältnissen eine 3monatige Lücke ist)
oder "Händeringen leicht gemacht"
(Muss ich jemanden, der 2 Monate gebraucht hat um nach Rationalisierung in einem Grosskonzern eine neue Hackn zu finden wirklich nehmen?) am Besten in Kombination mit folgendem
"Fachkräftemangel selbst erzeugen"
(Wie schalte ich mehrere Inserate mit Überzogenen Anforderungsprofilen. Wie baue ich kostengünstig eine Rutsche von meinem Posteingangsfach zur Rundablage wenn die Frage "Wo sehen sie sich in 10 Jahren?" Gelächter erzeugt)

Management Quatscher
05
17.5.2010, 00:48

Da werden dann die Personaler noch mehr jammern, keine "qualifizierten Fachkräfte" zu bekommen.

Wer eine Lücke im Lebenslauf hat ist ja nicht qualifiziert, sonst hätte er keine. Da hats doch irgendwas. Der Typ hat eine Lücke. Igitt. Wir finden einfach keine guten Leute. Nur Unqualifizierte Penner mit Lücken bewerben sich.

Resultat: noch mehr Gejammere über einen nicht existierenden Fach- und Arbeitskräftemangel.

Functio Laesa
114
15.5.2010, 12:04
Um die Lebensläufe wird ein Kult veranstaltet

von einer Personal Industrie. Die davon leben, Lebensläufe zu bewerten. Da muß man sich dann dauernd für sein GANZES Leben rechtfertigen. Arbeiten um zu Leben oder Leben um zu Arbeiten ......... Arbeiten ist etwas für Leute die es notwendig haben - dummerweise gehöre ich auch dazu. Der Mensch braucht KEINE Arbeit sondern eine Aufgabe. Selbst gewählte Sklaverei bis zur Pension.

Karin Stadler2
01
15.5.2010, 17:18
Wie recht Sie haben

und was sind doch die meisten Personaler fuer abgrundtief langweilige Leute...

Michael B
012
15.5.2010, 01:19
Das wird ganz sicher 2013, oder spätestens 2015 ganz anders.

Weil dann kommt die demographische Lücke, und dann können sich die Arbeitnehmer die Arbeitsstellen aussuchen.
Hieß es eigentlich schon für 2007....

Management Quatscher
03
17.5.2010, 00:42

Im Jahr 2007 wurde für heuer der größte Arbeitskräftemangel aller Zeiten (GRÖAZ) vorhergesagt. Von "Experten".

Im Jahr 2001 wurde für das Jahr 2005 ein Arbeitskräftemangel von 165.000 Personen vorhergesagt. Im Jahr 2005 gab es um 60.000 Arbeitslose mehr als im Jahr 2001.

Die Liste der vorhergesagten aber nicht eingetretenen Arbeitskräftemängel kann bis Mitte der 1980iger Jahre zurückverfolgt werden.

Aber 2015 kommt er dann wirklich. Der Arbeitkräftemangel. Und wenn nicht 2015, dann 2020. Aber dann ganz bestimmt. Wegen dem demographischen Wandel und so .....

francis79
 
03
18.5.2010, 08:00
2015 ... ist das der neue Film von diesem Emmerich?

Da werdens schauen Herr Quatscher!
Bald isses soweit. Apokalyptische Zustände werden sich abspielen .... am Arbeitsmarkt.
Stellen sie sich vor, sie wollen nur in ihr Lieblingsbeisl, eine Zeitung holen, Einkaufen oder sonstirgendwie ihre Wohnung verlassen und dann passierts:
Sie werden von duzenden HRlern mit ihren Händen niedergerungen und an zu ihrem neuen Job verfrachtet! Ihr alter Chef sucht sie mittels Foto auf Milchpackungen und sie kommen drauf, dass ihr bester Freund sie für ein Kopfgeld an einen "Headhunter" verraten hat damit er nicht mehr selbst auf dem Weg zur Arbeit mit Jobangeboten und dicken Geldumschlägen zum Bewerbungsgespräch genötig wird!Da ist es doch besser wir "öffnen" unseren "Arbeitsmarkt" für Inder oder?
Es wird Arg!

Karin Stadler2
01
15.5.2010, 17:19
Sorry, weiss ja nicht wie alt Sie sind

aber ich erinnere mich bewusst, dass ich das schon seit 1991 hoere....

Wer's glaubt wird selig..

Erwin Wolfram
12
14.5.2010, 19:30

Uebersetzung

Wir Journalisten wollen die Institutionen die damit verdienen nicht nennen. Es ist uns noch nicht aufgefallen, dass man in manchen Positionen jeden Titel und jedes Zeugnis bekommt.

Fritz Meyer
00
15.5.2010, 07:21
Das war auch mein erster Gedanke.


Nur nicht wehtun. Schon gar nicht mit der Wahrheit.

Fritz Meyer.

fadelini
76
14.5.2010, 19:26
vorbei sind die zeiten

von friedenszins, 1€ Grundstücken und guten Jobs. Die vorigen Generationen haben gegrast wie die Rindsviecher und jetzt ist nichts mehr da.
Eines weiß ich sicher: eure Pension zahle ich nicht.

johann potakowskyj
 
33
15.5.2010, 13:54
sondern damals konnte man mit produktivität geld verdienen, auch als arbeitsnehmer.

heute können sie nur mehr mit besitz und mit dem einsatz ihrer ersparnisse geld verdienen (oder auch nicht).

worunter sie leiden ist, dass man den demokratischen faschismus schon so verfeinert hat, dass sie aus dem konglomerat der publiik relation der regierungen und den gegendarstellungen der oppositionen und edem populismus, die wahrheit nicht mehr herauslesen können. zurück bleibt zwar das gefühl, dass man da irgenwie über den tisch gezogen wird, aber das macht ihnen nichts, solange sie in der trüben suppe fischen können, was immer beliebt.

statt zu hinterfragen, beginnt man opfer zu suchen, an denen man sein unvermögen abladen kann ...

aus der geschochte weiß man, dass das schreckliche folgen haben kann.

RS69
 
40
15.5.2010, 16:51

Sie können auch heute noch mit Produktivität gutes Geld verdienen - ganz ohne Besitz.

Allerdings ist die Voraussetzung dafür nicht mehr Fleiss sondern KnowHow.

hanslblasta
00
15.5.2010, 17:22
jemand zu kennen,

war schon immer nützlich


heutzutage nützt das aber auch nicht mehr viel

Michael B
02
15.5.2010, 11:41
Wenn also die Mieten schon vor 50 Jahren so hoch gewesen wären wie heute,

gäbe es immer noch Vollbeschäftigung.
Oder wie?

systemfehler1
00
15.5.2010, 06:58
Sie meinen damit u.a. auch die Nachkriegsgeneration?

Ahnungslos und verblendet.
Welche Einflüsterer bevorzugen Sie?

Ava Tar
26
14.5.2010, 20:22

Dann zahlst eben deine Ausbildung zurück und jedes Fieberzäpfchen ab der 1.Polioimpfung

Irgendwie wringen wir dich schon aus.

posaunist
13
14.5.2010, 20:53
blutsauger

grässlicher

•™
22
15.5.2010, 06:47

'Sozial/demokrat, egal, welcher Partei' trifft 's besser.

Franz Mustermann
00
14.5.2010, 18:48
Kontinuität gibts nur bei den leading Zeros

...wer rechnet schon mal zusammen, wieviel unsere "Manager des Jahres" in den letzten 3 Jahren in ihren "Netzwerken" gekündigt haben ?

Da kommt Freude auf, wenn man in Wien durch die Gangways geht....

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
124
14.5.2010, 17:44
Lebenslauf ist Schall und Rauch!

Sagt meist nichts über Arbeitsleistung und können aus.
Meine Erfahrung ist desto besser der Lebenslauf desto weniger kann der Bewerber.

Eine Standard Frage von mir:Warum wollen sie bei uns Arbeiten und wie viel wollen sie Verdienen.


Meine gute Menschen Kenntnis hat mich selten im Stich gelassen.


Karin Stadler2
00
15.5.2010, 17:27
Stehe Ihrem Posting durchaus neutral gegenueber..

Menschenkenntnis ist schon einmal ein sehr guter Ansatz

Was mich allerdings interessieren wuerde - erwarte jetzt nicht, dass Sie das beantworten - in welcher Branche bzw welcher Firma Sie taetig sind/Sie leiten - dann kann ich meine Meinung darueber bilden, ob die Leute Sie anluegen.

Denn es gibt sehr wohl Firmen/Branchen fuer die ich nicht arbeiten will, egal wie sehr ich meine Miete zahlen muss. Aber das wird dann auch auf Gengenseitigkeit beruhen.

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