Aschewolke vernebelte April-Geschäft

10. Mai 2010, 10:39
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Passagieraufkommen bei Air France-KLM, Aer Lingus, EasyJet, SAS und Air Berlin ging um bis zu ein Viertel zurück

Das Flugverbot wegen der Aschewolke hat den europäischen Airlines im April ordentlich zu Schaffen gemacht. Die isländische Vulkanasche hatte für fast sechs Tage zu einer Sperrung des Luftraums über weiten Teilen Europas geführt, was die Reisepläne von Millionen Reisenden durchkreuzte und den Airlines die Bilanzen verhagelte. Am Wochenende hatte eine neue Aschewolke Sorgen vor einem erneuten Flugchaos geschürt. Zuletzt beruhigte sich die Lage allerdings wieder.

Wie die französisch-niederländische Air France-KLM am Montag mitteilte, ging ihr Passagieraufkommen im vergangenen Monat um 23,5 Prozent zurück. Bei der irischen Aer Lingus fiel die Zahl der Fluggäste um 27,1 Prozent auf 689.000. Von den Flughäfen des britischen Betreibers BAA hoben mit 6,9 Millionen Reisenden 22,7 Prozent weniger ab als im Vorjahresmonat.

Auch EasyJet und SAS mit Rückgängen

Auch die Fluggastzahlen von EasyJet, SAS und Air Berlin gingen im April wegen der Aschewolke deutlich zurück. Der britische Billigflieger EasyJet verzeichnete ein Minus bei den Passagierzahlen von 7,6 Prozent auf 3,49 Millionen. Vor den Flugverboten war der Ryanair-Rivale von Zuwächsen in Höhe von 14 Prozent ausgegangen. Wegen der Aschewolke hatte auch Air Berlin im April einen Rückgang beim Passagieraufkommen um 16,5 Prozent auf knapp 2,1 Millionen verzeichnet (wir berichteten 1271376060620

Die skandinavische Airline SAS musste sogar Einbußen von 24,3 Prozent bei den Fluggastzahlen hinnehmen. Die ohnehin schon angeschlagene Fluglinie rechnet mit Kosten in Zusammenhang mit der Aschewolke zwischen umgerechnet 66,7 Mio. Euro (650 Mio. Schwedischen Kronen) und 71,8 Mio. Euro. "Auch die Buchungen im Mai und Juni werden betroffen sein, wenn auch in viel geringerem Ausmaß", teilten die Skandinavier mit. Die Störungen seien ein großer Schlag für die gesamte Luftfahrtbranche. 

Auch Cargo-Geschäft beeinträchtigt

An den deutschen Flughäfen brachen die Fluggastzahlen um fast 17 Prozent ein. Der Flughafenverband ADV hatte ursprünglich mit einem Anstieg von sechs Prozent gerechnet.

Nicht nur Fluggäste mussten wegen der Vulkanasche am Boden bleiben, auch die Luftfracht konnte nicht transportiert werden. An den 23 internationalen Flughäfen in Deutschland legte das Luftfracht-Aufkommen nach den vorläufigen Zahlen des ADV nur um 17 Prozent und nicht wie ursprünglich erwartet um 33 Prozent zu. (APA/red)

Schwerpunkt

Dossier zur Vulkanasche auf derStandard.at/Panorama

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Vulkanasche aus dem Schlund des isländischen Eyjafjallaköküll sorgt für bleiche Gesichter in den Chefetagen der Airlines.

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