Meischberger kassierte bei Porr-Immoprojekt

10. Mai 2010, 09:44
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Walter Meischberger soll 2004 bei einem Porr-Immobilienprojekt 708.000 Euro an Beraterhonoraren kassiert haben

Wien - Der Buwog-Lobbyist Walter Meischberger soll 2004 bei einem Porr-Immobilienprojekt 708.000 Euro an Beraterhonoraren kassiert haben, obwohl es letztlich nicht zu dem geplanten Geschäftsabschluss kam. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Damals hatte der Porr-Konzern von der Telekom Austria eine Immobilie in der Nordbergstrasse 15 im 9. Bezirk in Wien erworben, für die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) adaptiert und wenige Monate später mit Gewinn an einen deutschen Immobilienfonds weiterverkauft. "Meine Leistung damals war zu wissen, dass die WU Platz sucht und weiters zu wissen, dass die Telekom dort ein Projekt verkauft", zitiert "profil" Meischbergers Aussage aus einem Einvernahmeprotokoll der Staatsanwaltschaft Wien. Tatsächlich war die WU laut "profil" noch vor Meischberger selbst auf die Idee verfallen, die Immobilie in der Nordbergstrasse 15 anzumieten. "Wir haben diese Möglichkeit erkannt und die Bundesimmobiliengesellschaft mit Verhandlungen beauftragt", wird eine Sprecherin der WU zitiert. Zu einem Abschluss kam es nicht, die Preisvorstellungen von Telekom Austria und BIG sollen zu weit auseinandergeklafft sein.

Geteiltes Beraterhonorar

Der frühere Buwog-Aufsichtsratschef Ernst-Karl Plech und Vertraute von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser war im fraglichen Zeitraum stellvertretender Aufsichtsratspräsident der BIG. Meischberger gab laut "profil" zunächst an, das Beraterhonorar mit Plech geteilt zu haben, revidierte diese Aussage später aber.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter kündigte unterdessen eine weitere parlamentarische Anfrage an Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) an, in der er von der Ministerin wissen will, wann welcher Ermittlungsschritt gegen Grasser an das Justizministerium herangetragen wurde und "wie lange die Akten am Schreibtisch der Ministerin liege und welche Direktiven erfolgten". Die Grasser-Ermittlungen würden ganz offensichtlich im Ministerium versanden, kritisiert Kräuter. (APA)

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