MPEG-7 soll auch abgefilmte Video-Kopien erkennen

10. Mai 2010, 10:42
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NEC liefert zugehörige Technologie zur eindeutigen Identifikation von Inhalten - Upload von Kopien soll verhindert werden

Von all den kursierenden Blu-Ray-Rips - und der damit recht augenscheinlichen Aushebelung des einst als "unknackbar" bezeichneten Kopierschutzes für das optische Datenträgerformat - unbeeindruckt, setzt die Content-Industrie offenbar weiter konsequent auf technische Lösungen, um die Kopierproblematik im digitalen Zeitalter in den Griff zu bekommen. Eine aktuelle Aussendung von NEC verheißt den NutzerInnen dabei für die Zukunft neue Einschränkungen im Umgang mit Video-Materialien.

MPEG-7

Denn darin brüstet sich das Unternehmen, dass die eigene "Content Identification"-Technologie als fixer Bestandteil in den MPEG-7-Standard aufgenommen wurde. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit jeden einzelnen Frame eines Videos mit einem eindeutigen Fingerprint zu versehen, und so flott identifizieren zu können.

Umsetzung

Da das Video hierbei anhand von Helligkeitsunterschieden zwischen einzelnen Teilbereichen von benachbarten Bildern untersucht wird, sollen sogar abgefilmte Kopien oder neu kodierte Versionen eines Clips korrekt erkannt werden können. Auch das Hinzufügen von Untertiteln oder die Entfernung von Wasserzeichen sollen kein Problem bei der Analyse darstellen. Da der verwendete Algorithmus trotzdem einen recht kleinen Fingerprint erzeuge, können selbst auf einem normalen Desktop-PCs tausende Stunden an Videos in einer Sekunde identifiziert werden - so das Versprechen des Herstellers.

Upload

Mithilfe der "Content Identification" soll dann der Upload auf Video-Sharing-Plattformen vollständig unterbunden werden, so die Überlegung von NEC. Inhalte-Anbieter könnten ihre Fingerprints bei den Web-Services registrieren, so ergibt sich eine Datenbank mit der jeder hochgeladene Clip abgeglichen wird - und bei Übereinstimmung gleich gar nicht online gestellt wird. Zur eindeutigen Identifikation sollen übrigens bereits zwei Sekunden eines Films reichen. Theoretisch wären neben dem Verhindern des Uploads durchaus noch andere Einsatzgebiete der "Content Identification" denkbar. Direkt im lokalen Videoplayer zum Einsatz gebracht, könnte so etwa das Abspielen von illegitimen Kopien gleich von vornherein erkannt und verhindert werden, von solchen Szenarien spricht die NEC-Aussendung bislang allerdings nicht.

Abwarten

Mit der Aufnahme der NEC-Technologie hofft man wohl auch darauf, die Unterstützung der großen Hollywood-Studios für MPEG-7 zu gewinnen, die gewohntermaßen erst dann einwilligen, wenn sie einen glaubwürdig als unknackbar vermittelten Kopierschutz vorgesetzt bekommen. (red, derStandard.at, 18.05.10)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auch abgefilmte Kopien von aktuellen Filmen - im Bild am Beispiel von Iron Man 2 - sollen mit der neuen Technologie von NEC eindeutig erkannt werden können

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