Raus aus der Erdöl-Steinzeit

Die Katastrophe vom Golf von Mexiko könnte ein Umdenken auslösen

Die Katastrophe im Golf von Mexiko könnte sich zur größten Ölpest aller Zeiten auswachsen. Aber sie ist nicht bloß Folge eines Unfalls - der Unfall selbst ist logische Konsequenz daraus, dass man sich obsessiv an eine überholte Technologie klammert. Der Energiegewinnung aus endlichen Ressourcen, deren Verbrennung das Klima und die Umwelt verpestet. Dabei könnten wir ohne große Probleme den Strombedarf der großen Industriestaaten durch Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft decken. Wir könnten energieffiziente, intelligente Autos bauen. Und wir könnten sie mit Strom und Biodiesel aus städtischem Abfall oder Rasenschnitt antreiben. All dies wäre möglich. Aber dafür bräuchte es staatliche Investitionsprogramme. Und man müsste den Widerstand der großen Ölfirmen brechen, die natürlich kein Interesse daran haben, dass die Superprofite aus ihrem Kerngeschäft austrocknen. Die Konsequenz aus der Ölpest kann nur sein: Raus aus dem Öl!

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Super Video

Gratuliere Hr. Misik, das ist ein cooles Video, da bin ich ganz Ihrer Meinung.

Da bleibt aber vieles offen

Windkraftwerke: Eh schön und gut, aber man braucht die gleiche Kapazität an irgendwelchen konventionellen Kraftwerken noch einmal, für den Fall dass einmal kein Wind geht.

Abwrackprämie: Tja, der Misik hat eben keine Ahnung, wie vielen Leuten die Abwrackprämie den Job erhalten hat. Es arbeiten natürlich viel mehr Leute in der Automobilindustrie als er glaubt (Werkzeugmaschinen, IT, Schaltschränke, Reinigungsmittel etcetcetc.). Ich schätze, das sind 20% der arbeitenden Bevölkerung. Plus z.B. Einnahmenverluste für die Bahn, der Automobilfracht verloren geht mit deren Erlös sie Personenverkehr stützen kann (nicht offen natürlich, wir haben ja EU-Recht). Ja, in Lannach gibt es sogar noch sowas wie eine Single Factory Town.

Uralt-Argument

Dass ein Windkraftwerk immer die gleiche Kapazität als Ausgleichskraftwerk braucht ist mehr als überholt. Natürlich kann ein Elektrizitätssystem nicht zu 100 Prozent aus Windkraftanlagen bestehen. Man muss Windkraft im Zusammenspiel mit allen anderen erneuerbaren Energien (Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik) sehen, die sich gegenseitig ergänzen. Und das klappt sehr gut. Bisher war man gewohnt, mit wenigen Großkraftwerken Strom zu erzeugen. In Zukunft werden viele kleine Einheiten die Gesamtmenge an benötigtem Strom bereitstellen.

Umdenken und in anderen Bahnen denken

Deswegen heißt es ja: UMDENKEN.
man darf hier nicht in einem engen Rahmen denken.
Vielleicht wollen einige Menschen gar nicht mehr für die Automobil- und Ölindustrie arbeiten? Vielleicht erwacht ja ein Funken Idealismus oder Gewissen? Gibt es nicht einen Trend in Richtung alternative Wellness- und Gesundheitsberufe (Chi Gong, Yoga, Lebensberater, etc.)? Oder die ehemaligen Mechaniker arbeiten dann voll motiviert und engagiert für ein Alternativ-Auto-Unternehmen.
Die Wirtschaft ist anpassungsfähig - als das Industriezeitalter begonnen hat, hat sich auch die Wirtschaft umstrukturiert. Es kann sich hier viel entwickeln.

Shai Agassi, ein Ex-SAP Vorstandmitglied, hatte die Idee Elektroautos mit Akkus aus zu statten die sie dann an Stationen gegen volle austauschen könnten.

Es gab dazu auch einma einen Artikel hier hab aber nur diesen hier gefunden.
http://www.wiwo.de/unternehm... en-232801/

vom saulus zum paulus...

und jahrzehnte später entdeckt der fs die alternativen energieen für sich und seine fans. schön. und bp hat sich auch schon lange ein neues grünes image zugelegt. und die wahren vorreiter sind und bleiben in ihren ecken. die ecke für die doofen, dort wo es kein schnelles geld, dafür aber innovation, revolution und wirklichen fortschritt gibt oder besser gäbe. in österreich bedeutet alternative energie lediglich die gezielte förderung von wasserkraft und den dazugehörenden vorständen und aufsichtsräten. in punkto fotovoltaik liegt österreich ganzganzganz weit hinten. und ein energie-einspeisegesetz wird österreich wohl nie bekommen. fs misik und anderen populisten sei dank. gute n8 österreich...

Endlich visionen

Etwas, was unserer politischen klasse schon lange verlernt hat.

Danke!

Lieber Robert Misik,
meiner Meinung nach treffen Sie fast immer den Nagel auf den Kopf. Es gibt wenige Menschen die diese Zusammenhänge so klar aussprechen können wie Sie. Unsere Politiker sollten verpflichtet werden diese Beiträge zu sehen ;)

Danke!

Eine der wenigen...

Folgen von fs-misik, die mir nicht gefällt. Das ist mir zu dogmatisch, zu viel "ich sag euch jetzt, wo es eigentlich lang gehen müsste".

Bequemlichkeit ist die erste Todsünde

und schlechte Gewohnheiten die zweite. Lieber Robert Misik, sie haben in diesen Video-Blog viel Energie und Kreativität investiert. Statt so viele doofe Postings von Halbwissenden und Zweiflern zu erhalten, sollte es in allen Schulen Österreichs obligatorisch gesehen, gehört und diskutiert werden. Liebe bildungsministerin Claudia Schmid: können Sie das bitte durchsetzen?

Es ist eben schon einfach alles andere als die eigene undifferenzierte Meinung als doof abzutun...

schlagen Sie sich nicht mit Ihren eigenen Waffen.

Selten hat Herr Misik so deutlich gezeigt, wie wenig Ahnung er von dem hat wovon er spricht!

1.: Diese Katastrophe wird genausowenig verändern wie alle Katastrophen zuvor.Die Politiker und die Öllobby haben sich zu sehr lieb als dass sie aufeinader böse sein könnten.
Schockierende Bilder werden bei dieser Katastrophe bewusst vermieden. Es spielt sich ja in den USA ab und keiner kennt die Macht der bewegten Bilder besser als die Amis.

2.: Biodiesel klingt supi. Ist aber wenig Bio und weniger Co2 Neutral als Herr Misik glaubt.
Sollte ihm die Ernährung der Ärmsten auf dieser Welt nicht wichtiger sein als die Veresterung von Speisefetten?
Wieviel Biodiesel bräucht man denn um eine Versorgung zu garantieren? Wieviele Anbauflächen?
Was macht die Industrie die den grössten Energiebedarf hat?

Es sind einfach nur Milchmädchenrechnungen!

Bis dato vermutete ich ja, dass der Frequenznuschulator 4

ausschließlich trollen kann.

Nun beweist er aber, dass er auch des umfangreicheren Schwachsinn-Schreibens fähig ist:

Biodiesel ist je nach Ausgangsstoff sehr unterschiedlich bezüglich CO2-Neutralität und Mitschuld am "Hunger in der Welt" zu bewerten.

Gewinnt man ihn beispielsweise aus gebrauchtem Pflanzenfett, ist er bezüglich CO2-Neutralität top -
und punkto "Hunger in der Welt" irrelevant.

Dass aus Abfallstoffen bei weitem nicht jene Menge an Biodiesel gewonnen werden kann, die an Diesel-Bedarf vorhanden ist, stimmt natürlich.

Dafür sollen eben der Diesel/Heizöl-Bedarf durch Umstieg auf alternative Energieträger (Strom aus ökologisch vertretbaren Kraftwerken etc.) reduziert werden.

Es sollte dann allerdings auch offensichtlich sein, daß die zur Verfügung stehende Menge an gebrauchtem Pflanzenfett nicht für den Betrieb einer annähernd bemerkenswerten Zahl von Fahrzeugen ausreicht.

Drill baby, drill!

gut gemeint...

vom herrn misik, aber leider kommt nur allzu deutlich raus, dass er keine ahnung vom thema erneuerbare energien hat.

entweder besser recherchieren, oder solche themen besser den experten überlassen.
behauptungen wie "mit rasenschnitt und sonstigem zeug könnte man ein drittel des ölverbrauchs decken" sind einfach nur falsch und kontraproduktiv, weil sie ein vollkommen falsches bild vermitteln (auch wenn er eine namenlose studie "zitiert").

und dann noch..

das in deutschland jetzt jede woche ein neuer offshore park eröffnet wird.. die haben mit großen troubles genau einen aufgemacht. und ich weiß auch nicht ob er schlecht informiert ist oder es einfach nicht hören will: man braucht eine stabile spannung um ein stromnetz zu betreiben. und dazu braucht man dann einen wesentlichen anteil an kraftwerken die man rel. einfach ein und ausschalten kann. da wird man mit ein bisl rasenmähen nicht weit kommen. in dem sinne: raus aus dem populismus!

hr. misik hat leider recht. petroleum- bzw. kohlekonzerne haben einfach eine größere lobby, als unternehmen, die erneuerbare energiequellen vermarkten.

was wäre nicht schon alles möglich, wenn nur der politische wille für sinnvolle investitionen in forschung & entwicklung gegeben wäre.

siehe zB japan: bis 2030 will die japanische regierung satellitenkraftwerke starten, die solarkraft direkt aus dem erdorbit per mikrowellen an eine empfängerstation am boden "beamen", vereinfacht ausgedrückt.

in österreich kann man von sowas leider nicht einmal träumen :(

träumen...

nun diese Projekt, dass Sie hier beschreiben klingt für meinen Geschmack nach einen Traum. Alleine die kosten für einen Sateliten sind enorm, den dann noch ins All schießen kostet auch nochmal, da würde ich es sinnvoller finden die Zeit (und das Geld) dafür zu nützen die vorhanden Technologien zu erweitern. (lasse mich aber von den Japanern gern eines besseren belehren)

Aber zu Österreich: ich habe in einer Vorlesung gehört, dass ca. 70% des Stroms der in Österreich erzeugt wird aus Wasserkraft kommt. Aber Österreich verbraucht viel mehr Strom als erzeugt wird und viel Strom aus anderen EU Ländern importiert werden muss.

erst die "Reichen" weg, dann das "steinzeitlichliche" Erdöl gleich mit entsorgen:

http://aron2201sperber.wordpress.com/2009/04/1... rnalismus/

einfach - ja geradezu simpel - aber genial

zum einen..

Hr. Misik, ich bin total ihrer Meinung, Aber Sie argumentieren nicht richtig, das Problem ist um einiges Komplexer als Sie es schildern.

Die Problematik mit Energie ist: Wir können Sie nicht in Großen Mengen (günstig) Speichern (Außer Speicherkraftwerke). Das Problem liegt also darin, dass die Energie die verbraucht wird an Ort und Stelle produziert werden muss. Da es aber nicht immer gleich Viel Wind/Sonne gibt kann nicht immer der Strombedarf (Tagesspitze) nur durch diese alleine gedeckt werden.Außerdem sind diese Angaben von: 200k Haushalten immer die Spitzenerzeugung, nicht die Durchschnittliche Erzeugung.das wird oft unterschlagen.

Ich könnte noch so manches schreiben, aber hab nicht genug Zeichen frei.
MFG Halbleiter

biodiesel vs. biosprit

die beiden haben nicht viel gemeinsam. das eine wird aus pflanzenÖLEN gewonnen, das andere ist schlicht und einfach alkohol, der aus stärke- (zucker-...) hältigen pflanzen "gewonnen" wird.

fragwürdig sind beide wenn extra für deren produktion angebaut wird. andere möglichkeit: man nimmt dafür abfallprodukte aus der wirtschaft her. das seh ich sinnvoll. in welchem ausmaß das möglich ist und welchen bedarf man damit decken kann ist aber fraglich.

Das Grundproblem, das Herr Misik hier dezent verschweigt ist leider ein anderes.

Öl ist schlicht billiger als seine utopischen Vorstellungen von erneuerbaren Energien.

Ob sich dieser simple Ansatz auch bei Miteinberechnung aller Nebenkosten (insbesondere im Bereich Umweltsanierung) in die TCO aufrecht erhalten lässt? Der Ölkonsum wird massiv subventioniert - nicht nur direkt, sondern auch indirekt (Infrastrukturprojekte im Bereich Straße statt Bahn).

Wenn hier etwas verschwiegen wird, dann von Seiten der Ölproduzenten und -konsumenten, ihrer Lobbyisten und der ihnen hörigen Politiker.

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