Austria besiegt Salzburg und jagt den Titel

9. Mai 2010, 18:18
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Wiener gewinnen auswärts gegen Red Bull durch einen Junuzovic-Freistoß und bescheren drama­tischen Dreikampf um den Titel

Salzburg - "Ganz kurz vor Schluss das 1:0 erzielen, damit Salzburg dann keine Zeit mehr hat auszugleichen." Perfekt war Karl Daxbachers Plan zur Verlegung der Meisterschaftsentscheidung auf die allerletzte Runde am Donnerstag. Und er wurde perfekt umgesetzt. Denn die Wiener trafen tatsächlich in der Nachspielzeit einer insgesamt guten Partie vor 22.200 Zusehern in der Bullen-Arena. Zlatko Junuzovic versenkte einen Freistoß von der Strafraumgrenze.

Und es blieb dabei, obwohl auch Salzburg noch in der Nachspielzeit traf. Doch Schiedsrichter Dietmar Drabek gab den Kopfballtreffer von Afolabi nicht, weil beim vorhergehenden Abspiel Somen Tchoyi im Abseits stand. Wohl eine richtige Entscheidung, weil der Linienrichter unmöglich wissen konnte, dass Tchoyi in der zum Kopfball hochgehenden Menschentraube nicht noch zum Ball kommen würde. Da konnte sich Salzburgs Coach Huub Stevens noch so aufregen, den bis dahin in den Heimspielen ungeschlagenen Salzburgern ist die Titelverteidigung, die dritte Meisterschaft in der Red-Bull-Ära, nicht vorzeitig geglückt.

Entschieden wird also am kommenden Donnerstag. Und es haben neben Salzburg, das die ausständigen Punkte nun bei Sturm Graz holen muss, noch die Austria (Heimspiel gegen Ried) und Rapid, das in Mattersburg antritt, die Titelchance.

Salzburg muss insofern auch in sich gehen, als es im Spiel mehr als genug Chancen zu Entscheidung gegeben hatte. Doch alleine Marc Janko, der den Vorzug vor Roman Wallner erhalten hatte, vergab vier Hochkaräter. Freilich traf die Austria durch den eingewechselten Brasilianer Schumacher (statt Roland Linz) einmal die Stange (71.).

Wenig später musste Janko Alexander Zickler weichen, dem Coach Stevens einen besonders schönen Abschied gönnen wollte. Zicklers letzter Auftritt in der Bullen-Arena hätte kurz ausfallen können, weil der 36-jährige Deutsche, 06/07 und 07/08 österreichischer Schützenkönig, nach einer Tätlichkeit gegen Aleksandar Dragovic vom Platz hätte fliegen müssen (84.). Referee Drabek sah's nicht so eng, also sah sich Zickler, weil er die Kapitänsschleife übernommen hatte, schon mit dem Meisterteller herumhüpfen. Stattdessen hüpften dann Stevens wie ein Rumpelstilzchen und die Austrianer vor Freude.

Als einer der Ersten fand Matthias Hattenberger Worte: "Es war ein Herzschlagfinale. Was bei der letzten Aktion war, weiß ich nicht - da waren so viele Leut im Stadion. Für die Salzburger ist es bitter, wir haben aber noch nichts gewonnen. Wir haben den Pflichtsieg, den wir uns vorgenommen haben, geholt. Ob der Sieg verdient ist, ist wurscht." (red, DER STANDARD, PRINTAUSGABE)

Red Bull Salzburg - Austria Wien 0:1 (0:0). Salzburg, Red Bull Arena, 22.200, SR Dietmar Drabek.

Tor: 0:1 (91.) Junzovic

Salzburg: Arzberger - Schwegler, Afolabi, Schiemer, Ulmer - Opdam - Tchoyi, Leitgeb, Cziommer (86. Sekagya), Svento (91. Vladavic) - Janko (77. Zickler)

Austria: H. Lindner - Standfest, Dragovic, Ortlechner, Suttner - Baumgartlinger (83. Hattenberger) - Klein (76. Diabang), Junuzovic, Liendl - Linz (65. Schumacher), Jun

Gelbe Karten: Opdam, Janko, Zickler bzw. Schumacher, Hattenberger

Die Besten: Afolabi, Opdam, Tchoyi bzw. Dragovic, Junuzovic

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    Orange Violette feiern 1:0-Auswärtssieg in Salzburg.

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    Junuzovics Lupfer passte genau.

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    Frust ...

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    Verzweiflung ...

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    Jubel.

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