NRW: Ohrfeige für Merkel

CDU-Wahldebakel in Deutschlands größtem Bundesland

9. Mai 2010, 20:10
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    foto: apn/roberto pfeil

    Jürgen Rüttgers (CDU) musste bei der Wahl große Verluste hinnehmen ...

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    ... Hannelore Kraft hatte bessere Laune

CDU unter Ministerpräsident Rüttgers verliert massiv, FDP scheitert an den eigenen Ansprüchen, SPD und Grüne triumphieren

Dass es kein erfreulicher Wahltag sein werde, das war den meisten in der CDU schon vor dem Sonntag klar. Doch als dann die ersten Prognosen durchsickerten, war dies doch ein Schock für die Partei des Ministerpräsidenten. Die CDU, die 2005 noch 44,8 Prozent der Stimmen erreicht hatte, erlitt massive Verluste, sackte um rund zehn Punkte ab und erlitt das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in Nordrhein-Westfalen.

Der Blick zum Koalitionspartner FDP trug auch nicht zur Hebung der Stimmung bei. Die Liberalen blieben zwar im Vergleich zu 2005 in etwa gleich stark. Doch sie blieben weit hinter ihrem Potenzial zurück. Zum Vergleich: Prognosen sahen die FDP am Sonntag in Nordrhein-Westfalen bei 6,7 Prozent. FDP-Chef und Außenminister Guido Westerwelle hatte im Wahlkampf aber die Parole ausgegeben, "zehn Prozent plus X" seien an Rhein und Ruhr schon drinnen. Zudem hatte die FDP bei der Bundestagswahl im Herbst noch 14,6 Prozent der Stimmen erreicht.

Ohrfeige für Merkel und Westerwelle

Die Wahl ist somit auch eine deutliche Ohrfeige für Bundeskanzlerin Angela Merkel und Westerwelle. Merkel hatte sich im Wahlkampf stark engagiert, war elf Mal nach Nordrhein-Westfalen gekommen, um Rüttgers, mit dem sie ansonsten kein besonders enges Verhältnis hat, beizustehen.

Noch vor einem halben Jahr, als Union und FDP nach der Bundestagswahl im Herbst die Macht in Berlin übernahmen, schien Rüttgers der Sieg auch in Nordrhein-Westfalen sicher zu sein, einer Neuauflage seiner schwarz-gelben Landesregierung nichts im Wege zu stehen.

Doch dann drehte sich der Wind für den ohnehin nicht unbedingt sehr beliebten Ministerpräsidenten. CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen bekamen die Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger über die schwarz-gelbe Regierung zu spüren. Landes-FDP-Chef Andreas Pinkwart, der zugleich auch FDP-Bundesvize ist, distanzierte sich zwar von den Steuergeschenken für Hoteliers, die Anfang Jänner auf Betreiben der FDP hin in Kraft getreten waren. Doch es nützte nicht viel. Zudem bekam Pinkwart auch die Unzufriedenheit über Westerwelles Begleitung bei Auslandsreisen zu spüren (Lebenspartner, FDP-Großspender).

Rüttgers kämpfte auch noch wochenlang gegen die "Rent-a-Rüttgers-Affäre" - seine CDUhatte ihn Unternehmern gegen Spenden zum Gespräch angeboten. Rund drei Wochen vor der Wahl schien sich die CDU etwas zu stabilisieren. Doch dann platzte die nächste Hiobsbotschaft in den Wahlkampf: Der Bankrott Griechenlands. Am Freitag, zwei Tage vor der Wahl, stimmte auch das schwarz-gelb regierte Nordrhein-Westfalen den deutschen Griechenland-Hilfen im Bundesrat in Berlin zu.

Dauerthema Griechenland

Im Wahlkampffinish war Rüttgers vor allem damit beschäftigt, zu erklären, warum Deutschland für Kredite in Höhe von 22,4 Milliarden Euro bürgen muss. Diese Hilfe ist aber bei den meisten Deutschen - angesichts der leeren deutschen Kassen - äußerst unpopulär.

Für Merkel wird das Regieren in Berlin nach dem ohnehin sehr holprigen Start äußert schwierig. Sie hat im Bundesrat keine schwarz-gelbe Mehrheit mehr. Wenn sie überhaupt mit der FDP noch eine Steuerreform zustande bringt, dann kann die SPD sie auflaufen lassen.

Bessere Laune hat man bei den Sozialdemokraten. Zwar verloren auch die Genossen in ihrer einstigen Herzkammer, aber bei weitem nicht so stark wie die CDU und bei weitem nicht so viel wie damals im Herbst, bei der Bundestagswahl. Erste Prognosen sahen die Sozialdemokraten an erster Stelle.

Eindeutige Gewinner sind die Grünen. Die Ökopartei hat ihre Stimmen in Prozenten fast verdoppelt. Sowohl SPD als auch Grüne waren mit dem Anspruch in die Wahl gegangen:Wir schaffen in Nordrhein-Westfalen ein Comeback von Rot-Grün. Eine große Koalition hingegen hatten sowohl Rüttgers als auch SPD-Spitzenkandidatin und Landeschefin Hannelore Kraft stets ausgeschlossen. Schwarz-Grün geht sich nicht aus.

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland in Deutschland. Dort leben 18 Millionen Einwohner, 13,5 davon waren am Sonntag wahlberechtigt. (Birgit Baumann aus Berlin/DER STANDARD, Printausgabe, 10.5.2010)

Kommentar posten
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D-AUT 0-0 nach 30 j
10
11.5.2010, 00:25
haut ab aus meiner heimatstadt!

geht nach köln und tragt dort eure mediokren spielchen aus-es passt auch besser zur stadt.düsseldorf braucht euch loser nicht!!!

senfspender
12
10.5.2010, 13:09
Am schönsten an diesem Wahlergebnis ist...

...die daß "Horroreformen" wie Kopfpauschale nicht kommen werden und daß der Höhenflug der FDP mit Ihrem unsäglichen Personal (Westerwelle, Niebel, Homburger, Pieper, Brüderle) beendet ist.

senfspender
00
10.5.2010, 13:11
Ich ergänze um ein "r"

europa fassen
913
10.5.2010, 10:18
Weiter so :-)

Die Grünen fast verdoppelt.
Ein Landtag mehr für die Linke.
Die Hotelier-Vereinigung dümpelt dahin.

Was will man mehr?

europa fassen
35
10.5.2010, 10:34
Hi hi

und schlechte Verlierer auch noch sein ....

Der Konterspieler
 
20
10.5.2010, 09:18
wie krank ist dieses laypou´t?

http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagsw... lw1000.txt

rotes stricherl: total krank

grünes stricherl: krank

Hänsels Gretel
12
10.5.2010, 09:16
In den postings lese ich dauernd etwas von der Partei LINKE. Das muß ein Irrtum sein.

Laut Standard-Artikel gibt es diese Partei gar nicht.

sixela
63
10.5.2010, 09:11
Naja

CDU ist trotz Verlusten stärkste Partei, Rot-Grün ohne Linke geht sich nicht aus. Die Situation ist exakt gleich wie zuletzt in Hessen. Und dort gab es nach kurzer Zeit Neuwahlen, die einen klaren Sieg für den amtierenden Ministerpräsidenten gebracht ht.

Raptor Jesus
11
12.5.2010, 00:32
Die Ypsilanti-Falle wirkt nur einmal

Das ist wie mit dem Trojanischem Pferd.

Nathan der Heiße
 
11
10.5.2010, 09:10
Neuwahlen jetzt!

Da kann man mal sehen, das der alte Schröder im Gegensatz zu der FDJ-Führerin wirklich ein lupenreiner Demokrat war (im Amt).

Mal im Ernst, Politiker sind alle entweder unfähig oder sie Lügen wie gedruckt. Aber der Schröder, der hat es wenigstens mit Klasse getan. Wenn ich die Merkel sehe, muss ich immer an "Dick und Doof" denken. :-)

Raptor Jesus
00
12.5.2010, 00:59
Schröder und Fischer wurden abgewählt!

Nicht grundlos, würd ich meinen!
Von einer Rot-Grünen Regierung würde man am wenigsten erwarten, das sie so... rechts regiert.

Kein Begriff drückt Mich aus
13
10.5.2010, 08:50
Was für ein mieser Artikel

Das totschweigen der Linken wird auch nichts helfen

DieBo
10
10.5.2010, 08:42
Jetzt steht der Weg offen für uU und mit Vorbehalt, und wenn dann erst ab 2050, raus aus Afghanistan und rein in den Iran.

Ach und die Atomkraftwerke können jetzt auch früher abgeschaltet werden uU und mit Vorbehalt und wenn dann erst ab 2050...

zittersepp
111
10.5.2010, 08:24
SPD als Wahlsieger??

Wie verblendet muß man denn sein um so etwas zu schreiben? Die SPD hat die mit Abstand wenigsten Stimmen seit zig Jahren bekommen - es reicht nicht für Rot-Grün.
Was ist daran ein "Sieg"?

Duck of Death
00
10.5.2010, 09:30
Was ist daran ein "Sieg"?

Nur im einstelligen Bereich verloren!

lukav jez
11
10.5.2010, 09:04

CDU 67 Mandate, SPD 67 Mandate, Grüne 23 Mandate, FDP 13 Mandate, Die Linke 11 Mandate, laut offizieller website: http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagsw... w1000.html Seit wann ist 67 (SPD) + 23 (Grüne) weniger als 67 (CDU) + 13 (FDP)?

sixela
02
10.5.2010, 09:14

Na, die Mandate der Linken musst du bei der Mehrheitsbildung schon berücksichtigen...

lukav jez
11
10.5.2010, 10:32

Na, das erwarte ich von der Linken schon, dass sie - trotz aller berechtigten Kritik an rot-grün - die Ablöse der Rechtskoalition ermöglicht!

zittersepp
01
10.5.2010, 09:14
Seit wann sind 90 Mandate bei 181 die Mehrheit?

der bunte faschist
01
10.5.2010, 08:52
sie zweifeln an den pressemeldungen der PARTEI?

Michael Bakunin
12
10.5.2010, 08:46

im vergleich zu den letzten wahlergebnissen und den umfragen hat die spd viel aufgeholt. die grünen haben ihre stimmen fast verdoppelt. würdest du das nicht als sieg von rot-grün bezeichnen?

Walter J. Ferstl
01
10.5.2010, 12:12
Bei den Wahlergebnissen besser zu liegen...

... als in den vorausgehenden Umfragen ist nicht mehr als eine Fußnote wert.

Damit läßt sich politisch gar nichts legitimieren.

Michael Bakunin
00
10.5.2010, 16:34

man muss ja nichts legitimieren. ;-)

sixela
01
10.5.2010, 09:13

Als intelligenter Mensch sollten Sie wissen, dass man korrekterweise nur mit dem Wahlergebnis vom letzten Mal und nicht mit Umfragen oder "Erwartungen" vergleichen und argumentieren kann.

Michael Bakunin
01
10.5.2010, 16:34

als intelligenter mensch wüsstest du, dass es auch zwischen zwei wahlen eine lange zeitspanne gibt, in der sich viel ändern kann.

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