Sorge um Schäubles Gesundheit

10. Mai 2010, 14:15
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Finanzminister könnte bald abgelöst werden

Berlin - Die schwarz-gelbe Regierung in Nordrhein-Westfalen abgewählt, die Mehrheit im Bundesrat verloren - es war kein guter Sonntagabend für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und dann kam eine weitere Hiobsbotschaft dazu: Ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) musste in Brüssel in eine Klinik eingeliefert werden, weil er einen anaphylaktischen Schock erlitten hatte, also eine starke allergische Reaktion auf ein neues Medikament eingetreten war.

Seit Monaten gibt Schäubles Gesundheitszustand Anlass zur Sorge. Der 67-Jährige wurde 1990 während einer Wahlkampfveranstaltung in der Schwarzwald-Gemeinde Oppenau von einem psychisch Kranken niedergeschossen. Seither ist Schäuble vom dritten Brustwirbel abwärts gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.

Im Jänner musste er sich einer Operation unterziehen, die für jemanden, der im Rollstuhl sitzt, eigentlich ein Routine-Eingriff ist: Sein Blasensimulator brauchte ein neues Implantat. Doch die Wunde verheilte nicht, der Finanzminister lag wochenlang in der Klinik und erledigte seine Amtsgeschäfte von dort. Gegen den Rat der Ärzte entließ er sich vor zwei Wochen quasi selbst und erklärte: "Wenn Sie mich fragen, wie es mir geht, sage ich: Fast schon wieder furchtbar gut."

Doch Schäuble fehlt seit Wochen bei wichtigen Konferenzen und Sitzungen. Beim Brüsseler Krisentreffen der EU-Finanzminister wurde er dann kurzfristig von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) vertreten. Dieser wird in Berlin schon als möglicher Nachfolger Schäubles genannt. Ebenfalls im Gespräch ist der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU). (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 11.5.2010)

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    Allergische Reaktion auf ein neues Medikament: Wolfgang Schäuble.

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