Österreich rutscht auf Platz sieben ab

9. Mai 2010, 16:40
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Um zwei Plätze schlechter als zuletzt 2008 - Schweden, Finnland und Dänemark an der Spitze - Bulgarien, Rumänien und Italien Schlusslichter

Wien - Die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Volkswirtschaft hat sich in den letzten zwei Jahren wieder verschlechtert. Im aktuellen Ranking des Weltwirtschaftsforums (WEF) hat Österreich unter den 27 EU-Ländern - gemessen an den Lissabon-Zielen - zwei Plätze verloren und ist auf den siebenten Rang zurückgefallen. 2008 lag Österreich noch auf Platz fünf. Schweden konnte seinen ersten Platz verteidigen, danach folgen Finnland, Dänemark und die Niederlande.

Überholt wurde Österreich diesmal von Luxemburg und Deutschland. Bereits 2002 und 2006 nahm Österreich den Rang 7 ein, 2004 gab es einen Rückfall auf Platz 9, die beste Platzierung konnte 2008 mit Rang 5 erreicht werden.

Besser als in der allgemeinen Bewertung (Rang 7) schneidet Österreich in den Unterkategorien "Liberalisierung" (Rang 3), "Finanzdienstleistungen" und "Nachhaltige Entwicklung" (jeweils Rang 4), sowie "Informationsgesellschaft" und "Netzwerk-Industrien" (jeweils Rang 6) ab. Schlechter dagegen bei "Innovation und Forschung & Entwicklung" und "Sozialer Zusammenhalt" (jeweils Rang 8). Vergleichsweise am schwächsten werden vom WEF die "Rahmenbedingungen für Unternehmen" in Österreich bewertet (Rang 10).

Fünfte Studie

Die heute veröffentlichte WEF-Studie ist die fünfte und letzte einer Reihe von zweijährigen Studien im Zusammenhang mit der Umsetzung der letztlich gescheiterten EU-Lissabon-Strategie 2010. Die Gemeinschaft wollte innerhalb von zehn Jahren zur wettbewerbsstärksten Region der Welt aufsteigen. In der Zwischenzeit hat sich die EU bereits eine neue Wirtschaftsstrategie - Europa 2020 genannt - vorgenommen, die im Juni auf einem Gipfel beschlossen werden soll.

Die nordischen Staaten sind laut WEF am besten aufgestellt, wenn es um Innovationen geht. Dies hänge mit der 'aggressiven' Annahme von neuen Technologien, den hohen Forschungsausgaben und der engen Zusammenarbeit zwischen Universitäten und dem privaten Sektor zusammen. Die Patentanmeldungsraten pro Kopf zählten zu den höchsten weltweit.

Vor allem in Dänemark ortet das WEF einen hohen sozialen Zusammenhalt mit geringer Arbeitslosigkeit und in Finnland und Schweden einen hohem Anteil von Frauen im Arbeitsprozess. Diese Länder würden über sehr gute Bildungssysteme und dadurch sehr gut ausgebildete Arbeitskräfte verfügen.

Von den 2004 beigetretenen neuen EU-Ländern konnten sich Estland, Slowenien und Tschechien bereits im Mittelfeld und noch vor einigen alten EU-Ländern positionieren. Griechenland etwa konnte seinen 23. Platz nicht verbessern. Die Schlusslichter sind Bulgarien, das vom WEF als am wenigsten wettbewerbsfähig innerhalb der EU eingestuft wird, sowie Rumänien und Italien.

Kroatien und Montenegro schneiden als potenzielle zukünftige EU-Länder besser ab als die schlechtesten vier EU-Länder. Auch die Türkei und Mazedonien liegen noch vor dem Schlusslicht Bulgarien. (APA)

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