Rasen auf der deutschen Autobahn

9. Mai 2010, 09:45
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Freitag, 8:30 Uhr. Gestern abend um 19:00 haben wir uns zu fünft mit dem S-Max auf den Weg quer durch Deutschland gemacht. Jeder kennt sie ja, die deutschen Autobahnen: Der werte Audi/Mercedes/BMW-Fahrer steigt aufs Gas soweit es geht, jeder andere, soweit er möchte – zumindest in den kurzen Phasen zwischen der letzten 100er- und der nächsten 120e-Beschränkung.

Wir haben die nächtliche Stunde u.a. gewählt, um möglichst staufrei an unser Ziel zu kommen. Das Paradoxon, das ich bereits zum zweiten Mal auf der deutschen Autobahn erlebe: Es gibt nur zwei Aggregatzustände des deutschen Autobahnverkehrs, den flüssigen und den festen – der zähflüssige (wie man es von Staus in Österreich oder anderswo kennt) existiert nicht.

Letzten Dezember hörten wir zum Beispiel 4 Mal im Verkehrsfunk die Information „eine Umleitung ist eingerichtet“, bevor unser Auto 1 m vorwärts rollte und sich der Verkehr (von einer Sekunde auf die andere) wieder flüssig bewegte.

Heute Nacht gab es leider gar keine Meldungen im Verkehrsfunk, warum wir eine Pause auf der A3 einlegten. Nach eine halbe Stunde Stillstand, Spazierengehens auf der Autobahn und Rauchens, bewegte sich der Verkehr wieder. Und es war keine Ursache für den Stau zu erspähen. Aufs Klo sollte man da nicht müssen. Außer man möchte die Büsche am Straßenrand besichtigen.

Ja, unsere deutschen Nachbarn und ihre Schnellfahrautobahnen. Da weiß man, warum die Raser sie so lieben: Sie können nicht nur schnell fahren, sondern auch Rauchpausen direkt auf der Autobahn machen. Ob wohl die Nikotinsucht eines Rasers die Ursache für unseren ungeplanten Zwischenstopp war?

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    foto: mayr
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