Bohrloch im Golf von Mexiko weiter offen

9. Mai 2010, 14:49

Stahlbetonglocke muss wieder angehoben werden - Versuch der Abdichtung des Öllecks vorerst gescheitert -

New Orleans - Im Golf von Mexiko ist am Wochenende ein erster Versuch gescheitert, das offene Ölbohrloch am Meeresgrund mit einer Stahlbetonglocke abzudecken. In der riesigen Konstruktion bildeten sich Eiskristalle aus Gas und Wasser. Dadurch wurden die Öffnungen verstopft, durch die das Öl kontrolliert abgepumpt werden sollte.

Wegen der Verstopfung erhielt die 100 Tonnen schwere Glocke zu starken Auftrieb. Die Einsatzkräfte hätten die Konstruktion daher wieder angehoben und 180 Meter seitlich platziert, teilte der Betriebsvorstand des Mineralölkonzerns BP, Doug Suttles, mit. "Was wir versucht haben, hat nicht funktioniert", sagte Suttles. Es werde nun mindestens bis Montag dauern, bis eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werde.

Eiskristalle verhindern Abdichtung

Die tonnenschwere Konstruktion schwebte seit Samstagmorgen über dem Meeresboden, während Unterwasser-Roboter ihr Aufsetzen vorbereiteten. Die wie ein Trichter funktionierende Kuppel soll rund 85 Prozent des Öls der beiden noch offenen Lecks sammeln. Es sei zwar einfach, die Eiskristalle aus der Glocke zu bekommen, sagte Suttles vor Journalisten in New Orleans. Dazu müsse die Glocke in wärmere Gewässer gebracht werden. Schwierig sei hingegen, die erneute Bildung von Eiskristallen zu verhindern. Die Einsatzkräfte erwägen nun, das Wasser in der Glocke zu erhitzen. Die Stahlkonstruktion wurde unterdessen auf dem Meeresboden in etwa 200 Metern Entfernung von dem Bohrloch abgestellt.

Aus den Lecks am Meeresgrund strömen täglich rund 800.000 Liter Öl, seit die von BP genutzte Bohrplattform "Deep Water Horizon" am 22. April bei einer Explosion zerstört wurde. Dabei kamen elf Arbeiter ums Leben. Ursache des folgenschweren Unglücks 80 Kilometer vor der Küste von Louisiana waren offenbar eine Methangasblase und eine Serie von Pannen.

Acht Millionen Liter Öl-Wasser-Gemisch abgesaugt

Unterdessen wurden an den weißen Sandstränden der vor Alabama gelegenen Dauphin-Insel erste Teerklumpen angespült. Die Substanz stamme wahrscheinlich von der zerstörten Bohrplattform, teilte die Küstenwacht mit. Einsatzkräfte fuhren in Schlauchbooten die Küste entlang, um die Teerklumpen einzusammeln.

Seit dem Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko sind nach Angaben der US-Küstenwache vom Samstag fast acht Millionen Liter eines Öl-Wasser-Gemischs abgesaugt worden. Der Ölkonzern BP hat erklärt, es handle sich um etwa zehn Prozent Öl, der Rest sei Wasser. An den Reinigungsarbeiten sind laut Küstenwache fast 190 Schiffe beteiligt. Rund eine Million Liter Chemikalien seien inzwischen eingesetzt worden, um das Öl aufzulösen.

14 Milliarden Dollar Schaden

Umstritten ist im Kampf gegen die Katastrophe der Einsatz von Chemikalien zur Zersetzung des Ölfilms, da sie weitere Schäden in der Natur anrichten. Am Samstag forderten drei Regierungsvertreter aus Louisiana BP-Chef Tony Hayward auf, ihnen mehr Informationen über die Chemikalien und die Folgen für die Umwelt zu liefern. Die Zersetzungsmittel lassen den Teppich nach Angaben der US-Umweltschutzbehörde nicht verschwinden, sorgen jedoch für eine allmähliche Unterteilung, so dass etwa mit kontrolliertem Verbrennen leichter gegen die Ölpest vorgegangen werden kann. Umweltgruppen kritisieren den Einsatz solcher Chemikalien.

BP hat stets betont, für "alle Rechtsansprüche" durch die Ölkatastrophe aufzukommen. Die angerichteten Schäden werden bisher auf 14 Milliarden Dollar( 10,98 Mrd. Euro) geschätzt. Am Freitag gab es einen weiteren Rückschlag für den Konzern. Die Ratingagentur Standard & Poors hatte den Ausblick für das Unternehmen mit Sitz in London auf "negativ" gesenkt und eine Herabstufung des Wertes als wahrscheinlich dargestellt. Die BP-Aktie ging mit einem Minus von 2,3 Prozent aus dem Handel.

(APA/apn)

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slartibartfaß der Umwandler
01
sprengung

nachdem zwischen dem bohrloch und dem ölvorkommen anscheinend ca 7 km meeresboden ist, könnte man doch das loch einfach sprengen ?

Peter_23
47
"Versuch der Abdichtung des Öllecks vorerst gescheitert"

Wenig verwunderlich.

Etwas sarkastisch könnte man nun meinen: Vermutlich müssen da wieder mal deutsche Maschinenbaufirmen und deutsche Ingenieure ran um den Karren flott zu machen und das Bohrloch technisch dichten.

Viele der flippigen Amerikaner basteln nur so impulsiv auf niedrigen Niveau herum und haben bei solchen Sachen oft zu wenig Professionalität. - Ist ein Art Vorurteil, aber zufolge diverser eigener Beobachtungen. Aber auch diverse historische Fakten wie bspw. Stichwort Wernher von Braun)

Gruppenbild mit Dame
12
Jawollllll!!!!! Das klingt nach Vorurteil.

Wenn es um Vorurteile geht, müssen die Teutschländer her. das stimmt.

franz tabei
25
was werden da wohl für temperaturen sein, und was für ein druck, wenn 1500m wasser drüber liegen...

es ist wirklich ein ausdruck besonderer infantilität, wenn man einfach drauf losbohrt, ohne auch nur einen blaßen schimmer, was zu tun ist, wenn es schiefgeht. was ja wirklich nicht zu weit hergeholt ist.

übrigens haben diese schwachköpfe erst neulich den mond bombardiert um wasser zu finden. die reaktion eines posters hier - die besonders gut zeigt, warum die menschheit dem untergang geweiht ist - war: "...sollen sie etwa bohrteams hochschicken, das wäre doch viel zu teuer..."

....sie sollen einfach ihr unnötiges geld nehmen und verschwinden, einfach verschwinden - nix weiter.
diese welt ist NATUR, und menschen, die sich nicht als teil der natur verstehen, haben hier nix verloren.

wolfetone
 
20

Wo bitte finden sich 5 Leute für einen solchen Wirrsinn auch noch grün geben?

der Farbenblinde
13
es ist unglaublich: Menschen fliegen zum Mond, schicken 1000de Sateliten in den Orbit, lassen Atome kollidieren, bauen Bomben die ihres Gleichen suchen...

Der Mensch ist aber zu dämlich, ein Ventil in ein Bohrloch einzubauen, dass sich per Funk einfach verrigeln lässt.

Ich verstehs einfach nicht...

Steven Biko
00
Ja ja..... der Mensch....

haben Sie zufällig die Adresse von dem Mädl / Jungen ?

Wie heißt es im "Blade Runner" so schön:
Zitat:
Menschlicher als der Mensch ist unser Motto, Profit ist es was unser handeln bestimmt !

Ein Ventil war zu jenem Zeitpunkt jedoch wahrscheinlich nicht profitabel, wenngleich ja nicht alles per Funk gehandelt werden muß, oder ?

Herzlichst
SB

slartibartfaß der Umwandler
10

mich schauderts immer, wenne jemand "herzlichst" schreibt ! das ist jeanee slang und ich kann den typen nicht ausstehen.

Beliar
00

tja, der mensch ist nun mal das dämlichste viech auf dieser schönen welt

schmafu
21

es geht ums wollen, nicht ums können.

Mat E.
00
Bei einem Versuch das technisch zu verstehen

Bin ich hierauf gestossen
http://www.drillingahead.com/profiles/... e-scenario

Offensichtlich ist es schon sehr riskant in solcher Wassertiefe zu bohren, weil die Drücke immer extremer werden.

Da gibt es jedemenge Ventile, Barrieren, Wasser, Schlamm, Zement, Gas, Rohre, Prozesse die ich noch nicht ganz verstanden habe. Kennt jemand Links, die das verständlich erklären?

Nikos S.
01

tritt da jetzt alles öl aus, dass sich dort unter dem meer befindet? ist das so, als ob ein mensch verblutet? ich kenn mich nicht wirklich aus und verstehe nicht, warum da so wie viel öl kommt (es wird ja nicht mehr gepumpt). bitte um eine schlüssige antwort!

Mawol
02
Das Öl steht unter Druck

Praktisch jede Lagerstätte steht unter Druck. Deshalb "sprudelt" sie anfangs von selber, wenn sie angebohrt wird. Erst it der Zeit lässt der Druck nach und es muss gepumpt oder mit anderen Methoden gefördert werden.

joow
03
Die Bezeichnung

'Ölsardine' bekommt in der Gegend einen vollkommen neuen Sinn...

cocel
23
wenn ihr BP wehtun wollt...

dann hört jetzt auf ihr öl zu kaufen! mit jedem liter öl den ihr kauft gebt ihr eine stimme ab die sagt: "BP, macht weiter so!"

ravenna
26
Weshalb BP weh tun?

Es ist ja nicht so, dass das Gleiche nicht jedem x-beliebigen anderem Öl-Konzern auch hätte passieren können.

stj911.org physics911.net
00

das ist immer das gleiche Kurzschluss-Argument. Selbst wenn es jedem x-beliebigen anderen Konzern auch passieren hätte können (und manche haben *vielleicht* wirklich bessere Sicherheitsstandards), macht ein Boykott sehr wohl Sinn. Denn nur dann wissen auch andere Firmen, dass Spekulation mit dem Risiko wie hier auch finanziell bestraft wird von den Konsumenten.

Hingegen, wenn die Firmen merken, dass die Konsumenten wie Sie hier reagieren ("weshalb BP weh tun"), dann ist das ein Freibrief genauso weiterzumachen, da ihnen ja - basierend auf Ihrem Argument - ohnehin keine finanziellen Konsequenzen in der Form eines Boykotts drohen.

Nikos S.
15

um es dann von shell oder sonst wem zu kaufen? damit schade ich vll bp, aber stärke andere konzerne die doch genau das selbe tun.
alternativen müssen her!!!

stj911.org physics911.net
00

Nein, der Boykott macht sehr wohl Sinn. Siehe: http://derstandard.at/plink/127... 5/16617329 Aber, dass Alternativen her müssen, da haben Sie natürlich Recht.

Humanist
 
11
Ja, die BP war ja schon immer umweltverschmutzend und -zerstörerisch unterwegs!

ravenna
12

Dann bitte ich um Zahlen-Daten-Fakten, in wie weit sich die Arbeit anderer Öl-Konzerne positiv von der BP's abhebt.

1010001010001010010
03

wie jede andere ölfirma auch. wer wirklich etwas ändern will muss auf alternative energieformen umsteigen, alles andere ist selbstbetrug.

Killer Bunny
21

Ein, zwei Flugzeugträger über dem Bohrloch versenken oder die FED fragen. Die stopft alles zu.

Gruppenbild mit Dame
10
Besser noch wäre es wohl Dich dort zu versenken.

Weil so wie Du kann keiner dichten.

Killer Bunny
01

Da muss ich Sie enttäuschen. Wie jeder Mensch bin auch ich nicht ganz dicht.

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