Vollere Auftragsbücher und wachsende Umsätze

8. Mai 2010, 21:41
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Auch wenn die Unternehmen mit schwierigem Finanzierungsumfeld kämpfen, sehen sie wieder optimistischer in die Zukunft

Wien -Die Krise hat im vergangenen Jahr auch in Österreich deutliche Spuren hinterlassen. Nicht zuletzt die enge ökonomische Verflechtung zu Unternehmen in Osteuropa hatte negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Wie bekannt schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt 2009 um 3,4 Prozent. Rückläufige Warenexporte und Ausrüstungsinvestitionen wirkten sich insbesondere auf die Sachgüterproduktion wie den Maschinenbau oder die Metallerzeugung negativ aus.

Getragen von den seit Mitte 2009 wirkenden wirtschaftspolitischen Konjunkturmaßnahmen, befindet sich die Wirtschaftsentwicklung im Frühjahr 2010 wieder im leichten Aufwind. Österreichs Wirtschaft soll heuer um 1,5 Prozent wachsen. Positiv unterstützt wird die Entwicklung von einer leicht anziehenden Exporttätigkeit und der stabilen Konsumnachfrage der privaten Haushalte. Die Arbeitslosenquote steigt allerdings 2010 voraussichtlich weiter auf 7,7 Prozent. Auch die Investitionsentwicklung dürfte schwach bleiben.

Bessere Aussichten

Die heimischen Mittelständler schätzen ihre Geschäftslage nicht mehr so trüb ein wie 2009, ergab eine Befragung der Creditreform unter 1.900 Unternehmen.  Die Auftragsbücher beginnen sich wieder zu füllen, die Umsatzentwicklung erholt sich. Der Beschäftigungsabbau hält allerdings weiter an: Jeder vierte Betrieb hat seinen Personalbestand im vergangenen halben Jahr verkleinert, nur rund 15 Prozent haben zusätzliche Mitarbeiter aufgenommen.

Auch der Blick auf die Ertragslage ist ernüchternd. Nur bei rund 19 Prozent der befragten Unternehmen sind die Erträge in den vergangenen sechs Monaten gestiegen, 37 Prozent sprechen von sinkenden Gewinne. Dennoch eine Verbesserung, denn im Vorjahr waren es noch 60 Prozent. Das Finanzierungsumfeld bleibt weiterhin problematisch: 56 Prozent beantworteten die Frage, ob die Unternehmensfinanzierung heute schwieriger geworden ist als vor einem Jahr mit Ja. Als größte Verschärfung wurde das Verlangen nach höheren Sicherheiten genannt.

Optimismus und Vorsicht

Jeder dritte Mittelständler erwartet heuer steigende Umsätze. 2009 war dies nur bei jedem Achten der Fall. Am optimistischen blickt der Handel in die Zukunft, am pessimistischsten das Baugewerbe. 16 Prozent der Befragten möchte in den kommenden sechs Monaten zusätzliches Personal einstellen, 12 Prozent Mitarbeiter abbauen. Im Vorjahr gaben noch 32 bekannt, ihren Personalbestand verkleinern zu müssen. Immerhin 23 Prozent erwarten zunehmende Erträge und nur noch 28 Prozent rechnen mit sinkenden Gewinnen.

Die Investitionsbereitschaft bleibt trotz besserer Aussichten gering. Waren im Frühjahr 2009 noch 51 Prozent der Unternehmen bereit zu investieren, sind es jetzt nur noch 46 Prozent. (rb)

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    Nach dem strengen Vorjahr wittern die Unternehmen wieder Morgenluft...

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