Neue Anschläge auf sunnitische "Erweckungsräte"

8. Mai 2010, 12:57
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Mindestens fünf Tote im Raum Kirkuk

Bagdad - Bewaffnete haben im Nordirak drei Mitglieder einer Anti-Terror-Miliz getötet. Sie eröffneten an einer Kontrollstelle in einem Dorf nahe Kirkuk aus einem fahrenden Auto heraus das Feuer auf die Mitglieder eines sogenannten "Erweckungsrates", wie die Polizei am Samstag mitteilte. Vier Menschen wurden bei dem Angriff verletzt. Diese von traditionellen Stammesführern befehligten sunnitischen Bürgerwehren werden von den USA finanziert, um in ihren jeweiligen Gebieten Sicherheitsaufgaben wahrzunehmen. Die Bildung dieser Verbände galt als entscheidender Faktor für den Rückgang der Al-Kaida-Anschläge in den sunnitischen Siedlungsgebieten seit Ende 2006.

Zwei Menschen starben bei der Explosion einer Bombe vor dem Haus eines Regierungsbeamten in Kirkuk. Zwei Menschen wurden verletzt, der Beamte selbst kam mit dem Schrecken davon.

Auftrieb für Terror?

Die sich abzeichnende schiitische Regierungsübernahme in Bagdad könnte, wie politische Beobachter befürchten, dem Terror wieder Auftrieb geben. Die "Allianz für den Rechtsstaat" des amtierenden Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und die religiösen Schiiten-Parteien wollen sich zu einer Einheitsfraktion zusammenschließen, der nur vier Mandate zur absoluten Mehrheit im neuen Parlament fehlen. Das Nachsehen hat dabei Ex-Premier Iyad Allawi, dessen überkonfessioneller Al-Irakiya-Block bei den allgemeinen Wahlen vom 7. März mit knappem Vorsprung stärkste Kraft geworden war. Der Iran übte auf die beiden verfeindeten schiitischen Lager Druck aus, eine Koalition einzugehen, während Allawi von Saudi-Arabien unterstützt wird. (APA/apn)

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