Der Motorencardiologenkongress

9. Mai 2010, 17:19
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    foto: werk

    Die Elektrizität ist nicht mehr zu bremsen, die Hybridisierung längst im Gang, aber der Verbrennungsmotor wird noch lange das Herzstück des Automobils bleiben.

Das Wiener Motorensymposium ist möglicherweise die größte derartige Veranstaltung weltweit, sicher aber, in der Wiener Hofburg, die stilvollste

Ende April fand das Wiener Motorensymposium zum 31. Mal statt. Es ist möglicherweise die größte derartige Veranstaltung weltweit, sicher aber die stilvollste. In der Wiener Hofburg treten zwei Tage lang 1000 Ingenieure an, um sich im Rahmen dutzender Vorträge in Sachen Motoren- und Automobiltechnik auszutauschen. Die Vorträge sind exzellent und gehen mitunter so weit in die Tiefe, dass nur die jeweiligen Experten den Inhalten wirklich bis auf ihren Grund folgen können.
Doch auch die Oberfläche gibt einiges her: nämlich Stimmung. Es ist interessant zu sehen, wo die Reizthemen bei den Diskussionen liegen. Waren die Aussagen und Wortmeldungen zum Thema Elektrifizierung im Vorjahr noch sehr unterschiedlich, widersprüchlich, um nicht zu sagen konfus, so war diesmal durchaus eine Linie zu erkennen: Der Verbrennungsmotor wird noch lange das Herzstück des Automobils bleiben, wahrscheinlich für Jahrzehnte.
Aber die Elektrizität ist auch nicht mehr zu bremsen. Die Hybridisierung ist längst im Gang, auch bei den Serienautos, schließlich beginnt sie mit einer Start-Stopp-Automatik, die bald jedes Auto haben wird. Das reine Elektroauto wird noch sehr widersprüchlich diskutiert, eines scheint aber auch hier den meisten klar: Zur Einführung einer völlig neuen Technologie ist ein Horizont von vier oder fünf Jahren viel zu kurz. Das ist nur über längere Perspektiven möglich.
Die Ingenieure freuen sich auf die Aufgaben, aber die, die das finanzieren müssen, sehen das nicht so gerne. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/7.5.2010)

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

Kommentar posten
13 Postings
salaam aleikum
01
10.5.2010, 22:12
nix wird sich tun.

in den späten 40ern und bis Mitte der 50er und danach wieder in den 80ern war die Rede von Turbinen mit entsprechend futuristischen und auch fahrenden Einzelstücken - vom Prinzip her "Allesfresser" und auch als Stationärmaschine für einen potentiellen RangeExtender mAn die beste Wahl - aber für die "breite Masse" wird das Batterieauto solange kein Thema sein, wie Handys nicht mal einen Tag genug saft haben zum Telefonieren und Laptops nicht mal 1,5 Stunden zum "wasauchimmertun".

Das wären die FirstAdopter dieser Wunschstrategien - unsere heutigen kinder. Die Erfahrung aber lehrt sie, das Batterien JEDER TECHNOLOGIE nicht lange halten, schon heute.

SO WHAT?

01052004
10
10.5.2010, 15:19
"Motorencardiologen"

das gehört fast in den hohlspiegel...

a) kardiologe schreibt sich heutzutage mit "k"
also wennschon treyteytsch dann bitthe: "Mothorencardyologen"

b) rene descartes meinte der mensch wäre eine maschine: ist was kaputt, möge es repariert/ersetzt werden...heutzutage sind wir da (wieder) weiter: ein mensch ist keine maschine. eine maschine ist kein mensch...

auch wenn die überschrift modern klingen mag, viel rückschrittlicher gehts kaum noch...

ps: lesen bildet, lieber redakteur. sangria auf der mole west saufen nicht...

kandesbunzler
00
10.5.2010, 13:10
im prinzip an der sache vorbei.

wer weiss, ob in 5, 10, 15 Jahren Elektro- bzw. Hybrid die einzigen Alternative ist? Ich sag' gleich, ich bin dagegen. Dagegen ist nämlich http://www.cleanenergy-project.de/9039/ eher die Zukunft. Es lebe das viel umweltfreundlichere, weil energieeffizientere Erdgasauto! Schade, dass die Lobbies alle so auf Elektro schwören. Kurzsichtig das.

salaam aleikum
00
10.5.2010, 22:06
dazu ist zu sagen...

...dass prinzipiell leider in den meisten Fällen nicht ausschließlich Erdgas ohne Erdöl gefördert werden kann - so ähnlich wie Diesel und Benzin, nur etwas aufwändiger zu erklären.

kandesbunzler
00
11.5.2010, 10:26
mag sein,

Sie haben aber offensichtlich den Link bzw. die Meldung dahinter nicht gelesen. Es müsste weder Gas, noch Öl gefördert werden...

Und von fraktionierter Destillation verstehe ich durchaus ein bisserl was. Sie können also gerne weiter ausholen ;-)

salaam aleikum
00
13.5.2010, 11:37
ja

sie vielleicht ,-)
sind sie der einzige leser hier?

Abgesehen davon geht es ja nicht nur um destillate der faktion, sindern weiterführend vor allem darum: Was mach ich mit dem Rest? Nur teer produzier ich ja nicht, und die frage Diesel oder benzin hat bisher (zum Glück) der Exportmarkt für uns "gelöst" - oder doch lieber wegschütten?

Und die Frage ist schon (in bezugnahme auf den Text) ob nicht doch irgendwas gefürdert umgewandelt produziert oder frktioniert werden müßte mit all den Implikationen (Transport, Lagerung, (Neu) oder Umbau von Anlagen, Förderung bzw Gewinnung der Gase ect ect ect ect ect.)

Hmm

Ih frag mich ob es was bringt eine Krücke mit einer anderen zu ersetzen. So in etwa war mein Punkt bzw die zielrichtung des Posts.

Anatolia
00
13.5.2010, 20:09
der link

Sie haben den Link aus dem Beitra von 'kandesbunzler' offensichtlich immer noch nicht gelesen, und reagieren auf ein Reizwort, das mit der Sache an sich wenig zu tun hat.
Uebrigens von fraktionierter Destillation verstehe ich auch ein bisschen was. Sie duerfen also ruhig den Link lesen und dann ausgebreitet erklaeren.

salaam aleikum
00
17.5.2010, 11:06
ich habe meinem vorigen Posting

...noch etwas hinzuzufügen:

in bezugnahme auf den Text - hier nun konkret (weil schon gelesen) - geht es hier sehr wohl darum, eine Krückemit der andern zu ersetzen.

Methan ist zunächst ein treibhausrelevantes Gas (etwa 23mal mehr als das verteufelte CO2) - Problee sind hier also zunächst vorprogrammiert, die aber für viel vielleicht nicht "sichtbar" erscheinen.

Und Die Erstellung, Setup, Aufbau, ect (wie schon erwähnt) einer kompletten Infrastruktur als ERSATZ ist schlicht wahnsinn vom Aufwand und den Ressourcen - sicher, alles neue ist "besser" (ist das so?) - aber wann soll sich das rechnen?

Ich bin auf Ihrer Seite, aber das fördert nur wieder den Zentralismus, kleine E-Autos oder Autonome Einheiten können selbst betrieben werden

schreibmalwieder
10
10.5.2010, 10:52
Elektrifizierung für PKW ist ja irgendwie noch vorstellbar

aber was ist mit LKW, Traktoren, Baumaschinen? Dort ist eine Alternative zu flüssigen Energieträgern überhaupt nicht abzusehen.
Ein Batteriesystem, das zu einem 500l Dieseltank äquivalent ist, möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Mike Black
01
10.5.2010, 12:31

Elektro bis auf weiteres nicht, aber im Hybridbereich ist gerade im LKW-Sektor einiges am Werden. Denken Sie mal an die Müllabfuhr. Dauernd Gasgeben/Bremsen - ideal für Hybrid. Ein paar (zig-) Kilo für die Batterien und der dafür notwendige Platz sind bei einem LKW auch nicht das Problem.

Googeln Sie bitte mal nach "Hybrid LKW".

Dante Alighieri
00
12.5.2010, 19:52

Bei Baumaschinen ginge auch einiges -- die stehen oft den ganzen Tag mehr oder weniger am selben Fleck herum. Nur bei LKWs und bis zu einem gewissen Grad bei Traktoren wär ein reiner Elektroantrieb in absehbarer Zeit schwierig.

orso minore
00
15.5.2010, 10:14

Ich denke grad bei grossen Sattelschleppern wuerde man das Gewicht der Batterien gut unterbringen, eine Zugmaschine soll ja schwer sein. Ausserdem wuerden durch das Aufladen bzw. Batteriewechseln die Fahrer gezwungen ihre Ruhezeiten einzuhalten, das ist noch ein Zusatznutzen.

Stefan Weilhartner
 
03
10.5.2010, 00:01
Darum wird es einen fließenden Übergang geben

Zuerst das Auto mit Start/Stop, dann der Hybrid, mit etwas größeren Akkus als Plugin-Hybrid. Die Akkutechnologie wird dadurch gepusht und der Plugin-Hybrid wird sich stufenlos zum E-Auto mit Rangeextender entwickeln.
Und ganz zum Schluß das E-Auto. Evtl. mal ein Ding mit tauschbarem Akku.

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