Maoisten beenden Streik

7. Mai 2010, 20:25
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Bevölkerung litt nach sechstägigem Streik unter Versorgungsengpässen

Kathmandu - Die maoistische Opposition in Nepal hat ihren Generalstreik nach sechs Tagen beendet. Parteiführer und Ex-Premier Pushpa Kamal Dahal, genannt Prachanda, teilte am Freitagabend mit, die Führung habe sich dazu entschlossen, weil die Bevölkerung zu sehr in Mitleidenschaft gezogen sei. So kam es in der Hauptstadt Kathmandu zu Versorgungsengpässen. Mit dem Generalstreik wollte die Opposition den Rücktritt von Ministerpräsident Madhav Kumar Nepal erzwingen.

Regiert wird das frühere Königreich derzeit von einer Koalition unter Führung der Kommunistischen Partei (Vereinte Marxisten-Leninisten) (CPN-UML). Die Maoisten, die im Parlament die stärkste Einzelfraktion stellen, sind in der Opposition, seitdem ihr Chef vor einem Jahr nach einem Kompetenzstreit mit dem Staatspräsidenten Ram Baran Yadav von der Kongresspartei zurückgetreten war. Der Präsident hatte sich der Forderung nach Absetzung von Armeechef Rukmangat Katawal widersetzt; dieser lehnt die Eingliederung der 19.000 ehemaligen maoistischen Rebellen in die regulären Streitkräfte ab.

Der Himalaya-Staat soll 2010 eine republikanische Verfassung erhalten. Eine Allparteienvereinbarung vom November 2006 hatte nach dem Ende der Königsdiktatur einen Schlussstrich unter den zehnjährigen Bürgerkrieg mit mehr als 13.000 Toten gezogen. König Gyanendra wurde 2008 abgesetzt. (APA/apn)

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