Bevölkerung litt nach sechstägigem Streik unter Versorgungsengpässen
Kathmandu - Die maoistische Opposition in Nepal hat
ihren Generalstreik nach sechs Tagen beendet. Parteiführer und
Ex-Premier Pushpa Kamal Dahal, genannt Prachanda, teilte am
Freitagabend mit, die Führung habe sich dazu entschlossen, weil die
Bevölkerung zu sehr in Mitleidenschaft gezogen sei. So kam es in der
Hauptstadt Kathmandu zu Versorgungsengpässen. Mit dem Generalstreik
wollte die Opposition den Rücktritt von Ministerpräsident Madhav
Kumar Nepal erzwingen.
Regiert wird das frühere Königreich derzeit von einer
Koalition
unter Führung der Kommunistischen Partei (Vereinte
Marxisten-Leninisten) (CPN-UML). Die Maoisten, die im Parlament die
stärkste Einzelfraktion stellen, sind in der Opposition, seitdem ihr
Chef vor einem Jahr nach einem Kompetenzstreit mit dem
Staatspräsidenten Ram Baran Yadav von der Kongresspartei
zurückgetreten war. Der Präsident hatte sich der Forderung nach
Absetzung von Armeechef Rukmangat Katawal widersetzt; dieser lehnt
die Eingliederung der 19.000 ehemaligen maoistischen Rebellen in die
regulären Streitkräfte ab.
Der Himalaya-Staat soll 2010 eine republikanische Verfassung
erhalten. Eine Allparteienvereinbarung vom November 2006 hatte nach
dem Ende der Königsdiktatur einen Schlussstrich unter den
zehnjährigen Bürgerkrieg mit mehr als 13.000 Toten gezogen. König
Gyanendra wurde 2008 abgesetzt. (APA/apn)