Bayerische Bombe

7. Mai 2010, 19:28
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Der Überblick über die Skandale mit Polit-Hintergrund ist schwer zu behalten

Der Überblick über die Skandale mit Polit-Hintergrund ist ja schwer zu behalten: Hypo Alpe Adria, Buwog, AvW-Pleite, Meinl, Skylink, NÖ-Wohnbaugelder etc. (auffällig, dass bei den Fällen eins bis vier Karl-Heinz Grasser voll oder am Rande beteiligt ist).

Nun kommt aber in der größten Causa, den Umständen des Verkaufes der Kärnten Hypo an die Bayern, massiv neues Material ans Tageslicht. Der ehemalige Chef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, hat nach einem Bericht der Süddeutschen gegenüber der bayrischen Staatsanwaltschaft ausgepackt. Sein Geständnis, denn so wird man das nennen müssen, hat zwei auch für Österreich relevante Kernpunkte: Erstens sagt Schmidt, dass Landeshauptmann Jörg Haider von ihm (bzw. der BayernLB) zehn Millionen für Haiders Fußballklub haben wollte, sonst wird aus dem Verkauf nichts. Geflossen sind dann fünf Millionen, damit Haider als Fußball-Unterstützer Popularität sammeln kann.

Zweitens hätten die Gespräche mit dem Investor Tilo Berlin, der einen Anteil an der Kärntner Hypo hielt, sowie mit Haider schon viel früher begonnen, als die Herren u. a. vor Untersuchungsausschüssen ausgesagt haben. Daraus ergibt sich der Verdacht eines Insidergeschäfts bzw. Falschaussage (mit Unschuldsvermutung).

So wird in Bayern flotte Aufklärungsarbeit geleistet, während bei uns die Staatsanwälte halt so dahinarbeiten. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8./9.5.2010)

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