Grüne überzeugt: "300.000 Tonnen Müll zu wenig"

7. Mai 2010, 15:03
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Protestveranstaltung in Szentgotthard am Samstag

Die Grünen sehen sich in ihrer Ablehnung der von der Begas geplanten Müllverbrennungsanlage im südburgenländischen Heiligenkreuz durch Recherchen von Greenpeace bestätigt: Insgesamt gebe es für einen Ausbau der bestehenden Anlagen in Österreich 300.000 Tonnen Müll zu wenig, erklärte Umweltsprecherin Christiane Brunner am Freitag in Eisenstadt.

Im Burgenland werde maximal ein Zehntel des Mülls für die in Heiligenkreuz vorgesehene Anlage aufgebracht, wobei Abfälle aus dem Land aufgrund von bestehenden Verträgen teilweise nach Oberösterreich transportiert würden. In der Steiermark sei eine Anlage in Frohnleiten seit zwei Jahren genehmigt. Es werde jedoch nicht gebaut, weil es nicht ausreichend Müll in Österreich gebe.

Zu wenig Abfall für Dürnrohr

Eine Anlage im niederösterreichischen Dürnrohr ringe jedoch um die Auslastung und habe um 100.000 Tonnen Abfall pro Jahr zu wenig. Auch in Linz sei eine Müllverbrennungsanlage mit einer Jahreskapazität von 200.000 Tonnen geplant, so Brunner. Nach Heiligenkreuz könne daher nur Müll aus dem Ausland kommen, folgern die Grünen. Sowohl Ungarn als auch Slowenien hätten jedoch laut Greenpeace-Recherchen kein Interesse, Abfall nach Österreich zu liefern. "Das Ehrlichste wäre, zu sagen: Diese Anlage kann nicht betrieben werden, wir steigen aus dem Projekt aus", meinte Brunner in Richtung Begas. Auch Landeshauptmann Hans Niessl solle sich distanzieren.

Eine für Samsta, in Szentgotthard geplante Protestveranstaltung, bei der auch symbolisch Schüsse aus Kanonenattrappen abgefeuert werden sollen, sehen Projektgegner in Österreich unterschiedlich. Brunner hatte gefordert, der Protest solle unterbleiben, was ihr Kritik der Initiative "Bürger Aktiv" einbrachte. Sie unterstütze Protest, nicht jedoch auf diese Art mit Kanonen, so Brunner am Freitag. Auch in Ungarn gebe es für diese Position Verständnis. (APA)

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