Massagen und Kuschelmusik gegen Suizide bei France Telecom

7. Mai 2010, 14:08
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Bei Großkonzern brachten sich in zwei Jahren 35 Mitarbeiter um

Nach dutzenden Selbstmorden in der Belegschaft setzt der Telekommunikationskonzern France Telecom jetzt auch auf Massagen und Kuschelmusik: Während die Firmenleitung mit den Gewerkschaften am Donnerstag vereinbarte, den Stress am Arbeitsplatz zu verringern, weihte Konzernchef Stephane Richard in der westfranzösischen Stadt Rennes ein neues Call Center ein.

Mehr Platz

Die Mitarbeiter haben dort 40 Prozent mehr Platz als zuvor, wie das Management hervorhob. Vor allem gibt es aber einen Massageraum, in dem sie sich bei Entspannungsmusik und Duftlampen massieren lassen können - auf Firmenkosten. Bei France Telecom hatten sich in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 35 Mitarbeiter das Leben genommen. Seit Jahresbeginn wurden weitere 13 Suizide gezählt.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Obwohl eine Selbstmordrate von etwa 18 Mitarbeitern im Jahr bei dem Großkonzern mit seinen rund 100.000 Mitarbeitern rein rechnerisch der allgemeinen Rate in der Bevölkerung entspricht, machen die Gewerkschaften schlechte Arbeitsbedingungen für die Verzweiflung der Mitarbeiter verantwortlich, die sich das Leben nehmen.

Abkommen mit Gewerkschaften

In Paris unterzeichnete die Geschäftsführung am Donnerstag ein Abkommen mit den Gewerkschaften, um Stressfaktoren wie das Arbeitsumfeld, die Managementmethoden und die Organisation der Arbeit zu verbessern. Es werde aber einige Zeit dauern, bis die "notwendigen Veränderungen" ihre Früchte trügen, warnte Firmenchef Richard. (APA/AFP)

 

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