Beim Großkonzern brachten sich in zwei Jahren 35 Mitarbeiter um
Rennes - Nach dutzenden Selbstmorden in der Belegschaft setzt der
Telekommunikationskonzern France Telecom jetzt auch auf Massagen und
Kuschelmusik: Während die Firmenleitung mit den Gewerkschaften am Donnerstag
vereinbarte, den Stress am Arbeitsplatz zu verringern, weihte Konzernchef
Stephane Richard in der westfranzösischen Stadt Rennes ein neues Call Center
ein.
Die Mitarbeiter haben dort 40 Prozent mehr Platz als zuvor, wie das
Management hervorhob. Vor allem gibt es aber einen Massageraum, in dem sie sich
bei Entspannungsmusik und Duftlampen massieren lassen können - auf Firmenkosten. Bei France Telecom hatten sich in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 35
Mitarbeiter das Leben genommen. Seit Jahresbeginn wurden weitere 13 Suizide
gezählt.
Obwohl eine Selbstmordrate von etwa 18 Mitarbeitern im Jahr bei dem
Großkonzern mit seinen rund 100.000 Mitarbeitern rein rechnerisch der
allgemeinen Rate in der Bevölkerung entspricht, machen die Gewerkschaften
schlechte Arbeitsbedingungen für die Verzweiflung der Mitarbeiter
verantwortlich, die sich das Leben nehmen.
In Paris unterzeichnete die Geschäftsführung am Donnerstag ein Abkommen mit
den Gewerkschaften, um Stressfaktoren wie das Arbeitsumfeld, die
Managementmethoden und die Organisation der Arbeit zu verbessern. Es werde aber
einige Zeit dauern, bis die "notwendigen Veränderungen" ihre Früchte trügen,
warnte Firmenchef Richard. (APA)