Studenten wissen "besorgniserregend" wenig über Wirtschaft

7. Mai 2010, 13:44
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Hälfte der Studenten fiel durch Wissenstest

Wien - Österreichische Studenten sind zwar durchaus interessiert an internationalen Wirtschaftsthemen und -zusammenhängen, ihr tatsächlicher Kenntnisstand ist aber "besorgniserregend". Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) durchgeführte Befragung von rund 1.900 Studenten an Universitäten und Fachhochschulen (FH), die in der am Freitag im Rahmen der Tagung "Globale Wirtschaft braucht globale Bildung" vorgestellten Studie "Außenwirtschaft und Humanressourcen" enthalten ist.

Die Studenten weisen zwar eine hohe Mobilitätsbereitschaft und gute Englischkenntnisse auf. Trotz eines Grundinteresses an Themen der internationalen Wirtschaft sieht sich aber nur rund die Hälfte ausreichend darüber informiert.

Die Hälfte der Studenten fiel durch Wissenstest

Einen vom ibw konzipierten Wissenstest, "der auf Grundkompetenzen und -kenntnisse und keinesfalls auf ein Experten-Wissen zu Themen der internationalen Wirtschaft abzielt", bestand die Hälfte der Studenten nicht. Weitere 30 Prozent erhielten ein Genügend, 14 Prozent ein Befriedigend und nur 5 Prozent ein Gut oder Sehr gut.

Abgefragt wurden Begriffe "Basel" und "GATT"

Gefragt wurde dabei im Multiple-Choice-Verfahren etwa nach der Bedeutung von "Basel II" oder "GATT", der EU-Erweiterungsrunde 2004, der Zusammensetzung der EU-Kommission, dem Einfluss einer Exportsteigerung auf die Handelsbilanz oder den Auswirkungen eines Anstiegs des Euro gegenüber dem US-Dollar auf das Urlaubsbudget eines Österreichers in den USA.

Das beste Ergebnis erzielten wenig überraschend Studenten der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften gefolgt von jenen der Rechtswissenschaften sowie der FH-Studiengänge Wirtschaft bzw. Tourismus. Aber auch in diesen Studienrichtungen bekamen zwischen 30 und 40 Prozent der Studenten ein Nicht Genügend, konnten also nur weniger als die Hälfte der Testaufgaben richtig lösen. In allen anderen Studienrichtungen lag der Anteil der "durchgefallenen" Studierenden bei mindestens 50 Prozent - in den humanberuflichen FH-Studiengängen sowie in Naturwissenschaften schafften rund drei Viertel den Test nicht. Männer schnitten dabei besser ab als Frauen. (APA)

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