Beamte mögen ihren Job, Verkäufer eher nicht

7. Mai 2010, 13:32
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Der Arbeitsklima-Index ist im Frühjahr auf 110 Punkte gesunken, besonders der Handel reißt den Index nach unten

Wien - Während Beamte mit ihrem Job eher zufrieden sind, ist die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz im Frühjahr vor allem bei den Beschäftigten im Handel gestiegen. Teilzeitbeschäftigte sind deutlich unzufriedener als ihre Vollzeitkollegen. Dies zeigt der aktuelle Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich, der heute, Freitag, präsentiert wurde.

Der Arbeitsklima-Index ist im Frühjahr 2010 auf 110 Punkte gesunken. Damit liegt er zwei Indexpunkte unter dem Wert vom Herbst 2007. Dafür verantwortlich sei unter anderem die Unzufriedenheit im Handel. Bei einigen Beamten-Gruppen sei die Arbeitszufriedenheit hingegen gestiegen.

Die Beschäftigten im Handel seien vor allem mit ihrer unmittelbaren Tätigkeit am Arbeitsplatz unzufriedener. Noch 2007 gaben mit 88 Prozent, also fast neun von zehn Beschäftigten an, zufrieden zu sein. Jetzt sind es nur mehr sieben von zehn. Die Unzufriedenheit im Handel zieht sich durch die gesamte Branche, unabhängig von Firmengröße oder Geschlecht der Betroffenen. Auffällig sei aber, dass die Zahl der Arbeitslosen im Handel gestiegen sei. Der Index im Handel ist von Herbst 2009 bis jetzt von 111 auf 105 Punkte gefallen.

In Industrie und Gewerbe ging der Zufriedenheitsindex von 108 auf 106 Punkte zurück.

Öffentlicher Dienst zufrieden

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich hingegen bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst: Nach 113 Indexpunkten im Herbst 2007 fiel der Wert im Herbst 2008 auf 110. Er stabilisierte sich danach und ist im Frühjahr 2010 auf "erstaunliche 117 Indexpunkte gestiegen", so die AK.

Die deutlichsten Veränderungen durch die Wirtschaftskrise zeigen sich generell in der Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs. Vom Herbst 2007 bis zum Herbst 2009 fiel die Zahl der Optimisten von 84 auf 61 Prozent. Zwar ist ihre Zahl zuletzt wieder auf 67 Prozent gestiegen, die vergangenen Verluste konnten damit aber noch nicht wieder ausgeglichen werden.

Teilzeit boomt, macht aber nicht glücklich, stellt die AK fest: Vollzeitbeschäftigte Frauen haben einen um zwei Index-Punkte höheren Arbeitsklima Index als Teilzeitkräfte. Eine Ursache dafür liege in der Einschätzung der eigenen Jobchancen, glaubt die AK. Vier von zehn teilzeitbeschäftigten Frauen beurteilen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als gut, hingegen schätzen fünf von zehn vollzeitbeschäftigten Frauen ihre Chancen, bei Jobverlust einen neuen Arbeitsplatz zu finden, als "sehr gut" oder "eher gut" ein. Außerdem fürchten teilzeitbeschäftigte Frauen, dass die staatliche Pension nicht reichen werde. (APA)

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