Jubiläum

"Huffington Post" feiert fünften Geburtstag

07. Mai 2010 18:03

Die Website, die als politisches Blog startete, hat sich zu einer ausgewachsenen Nachrichtenseite entwickelt - Ende des Jahres wird erstmals Profit erwartet

Die von der Millionärin Arianna Huffington am 9. Mai 2005 gestartete Website "Huffington Post", kurz "HuffPo" genannt, feiert am Sonntag ihren fünften Geburtstag. Die Website, die als politisches Blog mit prominenten Bloggern aus dem Bekannten und Freundeskreis von Huffington startete, hat sich inzwischen zu einer ausgewachsenen Nachrichtenseite entwickelt.

Zwanzig Ressorts, von Politik und Umwelt angefangen über Entertainment, Comedy, Living und Style, werden permanent mit Inhalten gefüllt. Schwerpunkte, wie die Bombe am Times Square, bekommen eigene Themenseiten, genauso wie Tiger Woods oder Hugh Hefner und das "Playboy"-Magazin.

Unter den Top Ten der größten Nachrichtenseiten

Laut dem Magazin "Editor & Publisher" gehört die Website seit März 2010 zu den zehn größten, sprich meistbesuchten Nachrichtenseiten der USA. Laut "Nielsen Online" hat die Website derzeit 13 Millionen Benutzer (Unique User) im Monat. Das entspricht einem Zuwachs von 93 Prozent innerhalb eines Jahres. Damit könnte die "HuffPo" die "New York Times", mit derzeit rund 16 Millionen Nutzer pro Monat, demnächst überholen. Laut den Statistikern von "comScore" ist es aber ohnehin schon so weit.

Niedrige Kosten, hoher Output

Die Strukturen hinter dem Erfolg sind schlank. Das Motto lautet: Niedrige Kosten, hoher Output. 70 angestellte Mitarbeiter und 6000 unbezahlte Blogger produzieren Inhalte. Des Weiteren kommen die Inhalte von der Nachrichtenagentur AP sowie von über sechzig Medien, die permanent beobachtet werden. Moderate Kritiker sprechen davon, dass die Themen von anderen Medien übernommen und mit einem liberalen Touch versehen werden, heftige Kritiker reden von Inhalte-Diebstahl und Schmarotzertum.

Schwarze Zahlen am Ende des Jahres

Profitabel ist das Unternehmen bisher aber noch nicht. Wie viel der Erfolg, innerhalb von fünf Jahren zu den zehn größten Nachrichtenwebsites zu gehören, bisher gekostet hat, ist offiziell nicht bekannt. In bisher drei Finanzierungsrunden bekam die Website aber insgesamt 37 Millionen Dollar von Investoren, wobei ein großer Teil dessen noch zur Verfügung steht. Bis zum Ende des Jahres will Arianna Huffington schwarze Zahlen schreiben: "Wir wären schon viel eher profitable, wenn wir nicht derart gewachsen wären", sagte sie anlässlich des Geburtstages ihres Mediums. 

User als Wachstumstreiber

Größter Wachstumstreiber der Website sind die User selbst, die die Artikel über soziale Netzwerke verteilen und so immer mehr User auf die Seite locken. Einmal auf der Seite, können sich die Benutzer mit allen gängigen Accounts, von Facebook über Twitter bis hin zu Google, anmelden und so Kommentare schreiben und anderweitig partizipieren. So zeigt die "Huffington Post" bei wichtigen Ereignissen, wie beispielsweise bei den Unruhen im Iran oder bei der Abstimmung der Gesundheitsreform, wie man die Benutzer in die Berichterstattung einbindet.

Aktive User werden belohnt

Bereits 800.000 User haben sich ein eigenes Nachrichtenprofil eingerichtet und liefern insgesamt 2,3 Millionen Kommentare pro Monat. Besonders aktive User, die viel Kommentieren und ihren Freunden und Bekannten Artikel schicken, werden seit kurzem mit Abzeichen und Zusatzrechten belohnt. So können User mit dem Moderator-Abzeichen Kommentare anderer User löschen.

Dem Argument kaum Inhalte selbst zu produzieren beziehungsweise nicht dafür zu bezahlen, hält Ken Lerer, Mitbegründer der Website, gegenüber: "Wir werden zusätzlich zu unseren eigenen Inhalten immer Nachrichten aus anderen Quellen zusammenstellen. So funktioniert das Internet. Es ist ein unmögliches Modell, wenn man nicht verlinkt und selbst nicht verlinkt wird." (krm, derStandard.at)

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14 Postings
Odoakker Hurgga
14.05.2010 17:43
"6000 unbezahlte Blogger...."

... die dort das mit ihrer geschätzten Meinung versehen, was graue Mäuse, aka recherchierende Journalisten, zuerst zusammengetragen haben. Dazu noch ein-, zweimal im Monat genuin Neues aus der direkten Hollywood-Umgebung der begüterten Gründerin - und schon steht der Gegenentwurf zur New York Times oder Süddeutschen! Goil!

valtheWU
10.05.2010 09:26
KEIN profitables GeschäftsMODELL!

Mag sein, dass es für die Huffpo möglich ist, profitabel zu sein / zu werden. Als Modell oder Vorbild taugt es nicht!

ritz
26.05.2010 15:29
bitte erklären

kann das nicht nachvollziehen. Danke

valtheWU
26.05.2010 15:33
naja, die huffpo nascht vom kuchen,

den wer andrer bäckt.

natürlich geht sich das noch für ein paar nachahmer aus, aber ohne gratisblogger und verlinkte contentlieferanten schauts mager aus.

hin und wieder ein tunichtgut
09.05.2010 15:21
gut, dass

es den "liberalen" gegenpart zu so vielen rechtsgerichteten medien in den usa gibt.
noch dazu, wo die user dort gehörig mitmischen können und nicht nur die ansichten so genannter "experten" vermittelt werden.

ritz
26.05.2010 15:32
ich liebe diese Einstellung

Viele "liberale" denken die Welt ist erst dann ok, wenn es kein Gegengewicht (schon gar kein rechtes) zum liberalen gibt. Ein etwas seltsamer Begriff von Ausgewogenheit, nicht wahr?
Aber liberal simma alle! Vor allem wir Linken!

Walter KURTZ
 
09.05.2010 20:14

Rechtsgerichtete Medien?
CBS, ABC, NBC sind tendenziell eher links. CNN detto. MSNBC ist ein Reservat für liberal wingnuts. Dagegen steht Fox News fast alleine.
Zeitungen? Eigentlich nur das WSJ von den bedeutenden Zeitungen konservativ, NYT, USA Today, WashPo, LA Times eher links.
Radio? Tja, da regiert das konservative Talk Radio.
Internet? HuffPo und Salon vs Drudge und Breitbart ist ein deutliches Übergewicht für Erstere.

Tendenziell gibt es (abgesehen vom Radiobereich) ein breiteres "liberales" Angebot, deshalb haben auch die konservativen Medien mehr Erfolg - die haben schlichtwegs weniger Konkurrenz.

xEurocent
10.05.2010 09:12

Von ihrer Position ist halt alles links. Das sagt aber weniger etwas über diese Medien aus, als über sie.

gutartiger Bösmensch
10.05.2010 08:52
Das Märchen von der linkslinken Presse

das die Rechte gerne erzählt wurde schon x-mal untersucht und als Blödsinn entlarvt. US-Mainstream-Medien sind selbst nach US-Standards eher rechtsgerichtet, vor allem nach 2001. CNN ist der Sender wo Lou Dobbs seinen Blödsinn vom Stapel lassen durfte, was soll daran bitte "links" sein?

Von den Standards außerhalb der USA, wo selbst das eingestellte Air America eher als Mitte gelten würde gar nicht zu reden.

Siehe: http://www.webpan.com/dsinclair... myths.html

ritz
26.05.2010 15:39
glaube keiner Studie die DU nicht selber gefälscht hast

Der Autor D Sinclair ist ein bekannter Intellektueller und deklarierter Linker in den USA - Fallen sie nicht auf jeden Schmäh rein, den ihnen irgendwer erzählt oder als politisch korrekt vorgaukelt - selber denken hilft!!

hin und wieder ein tunichtgut
09.05.2010 22:53
rein gefühlsmäßig

stimmt ihre aufzählung leider nicht: faux/foux noise hat in den letzten jahren einen dermaßen großen einfluss auszuüben begonnen, dass sich viele medien, die vielleicht tatsächlich eher liberal veranlagt waren, dieser konkurrenz gebeugt haben und sich konservativ verhalten.
daher: was in den usa noch als liberal gelten mag, ist für europäische verhältnisse schon sehr konservativ.
somit gibt es in den usa kaum liberale medien.
und die hp vermittelt ja duchaus auch stockkonservative ansichten, zumindest über die user-kommentatoren, auch wenn sich diese dort heftigen widerspruch gefallen lassen müssen.
dazu kommt noch, dass kaum brauchbare, tatsächliche news angeboten werden.
zu viel ramsch, leider! wie bei uns jetzt schon oder demnächst.

Vorpotsky
08.05.2010 11:54
Betonung auf:

"6000 unbezahlte Blogger produzieren Inhalte" ... "Profitabel ist das Unternehmen bisher aber noch nicht"

Ich hab ja nix gegen Open Content, aber mit einem Riesenvolumen an unbezahlten Inhalten noch immer im Minus zu sein, ist kein Geschäftsmodell. Das mit der NYT zu vergleichen heißt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Blogspot hat sicher auch hohe Zugriffszahlen, und trotzdem kommt niemand auf die Idee, es mit der NYT zu vergleichen. Bloß weil es sich rechtlich um ein "Newspaper" handelt, heißt das nicht, dass das gleiche Niveau erreicht wird, selbst wenn viele User darauf zugreifen.

Ava Tar
08.05.2010 04:40
Gratuliere !

hed
10.05.2010 07:20
wundert mich, dass

ausgerechnet sie hier gratulieren. huffingtonpost ist ein böses systemmedium - frau huffington gehört zum establishment des von ihnen so verabscheuten systems, ebenso ihre starkolumnisten (allesamt in hollywood, d.c. und manhattan tief verwurzelt und bestens vernetzt).

ohne die böse systemkohle von huffington gäbe es die seite gar nicht.

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