Im Zeichen der Palliativmedizin

7. Mai 2010, 11:32
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Erster Hospiz- und Palliativtag - Neue Station eröffnet

Wien - Im Wiener AKH stand heute, Freitag, die Palliativmedizin im Mittelpunkt. Zum einen wurde dort der erste Hospiz- und Palliativtag veranstaltet, zum anderen die neue Palliativstation eröffnet. Deren Leiter Herbert Watzke hielt überdies seine Antrittsvorlesung als Professor für dieses Fachgebiet an der Medizinischen Universität Wien.

Im Fokus des Hospiz- und Palliativtages stehen wissenschaftliche Untersuchungen zur Lage in der Bundeshauptstadt. Einerseits werden hier Probleme in der Kontinuität der Versorgung beleuchtet, anderseits die Schnittstelle von Rettungsorganisationen und Palliativpatienten.

Zentrale Anlaufstelle

So wurden für die Studie "Wienahaus" 244 Mitarbeiter verschiedener fachspezifischer Einrichtungen befragt. Demnach wird die Kommunikation der Einrichtungen und Anbieter untereinander von mehr als der Hälfte aller Beteiligten als unbefriedigend erlebt. "Unter solchen Informationsdefiziten leiden letztlich die Patienten", konstatierte Studienleiter Watzke. Auch werde die Überlastung der Familienangehörigen als größtes Hindernis einer kontinuierlichen Versorgung gesehen. Watzke plädiert für eine zentrale Anlaufstelle für alle in der Palliativversorgung Tätigen.

Neben dem Forschungstag wurde am AKH auch die neue Palliativstation für schwerstkranke Menschen eröffnet. Sie verfügt über je vier 1- und 2-Bett-Zimmer, sowie einen großen Aufenthaltsbereich und ein Entspannungsbad. Mit einer neuen Farb- und Mustergestaltung der 2,5 Mio. Euro teuren Station soll das Wohlbefinden der Patienten gesteigert werden.

Die Mehrzahl der dort Aufgenommenen leidet an unheilbaren Krebserkrankungen, weshalb das Behandlungsziel vor allem im Eindämmen der Schmerzen besteht. Neben Ärzten und Pflegepersonal erfolgt die Betreuung auch durch Psychologen, Seelsorger und Sozialarbeiter. Ziel ist, die Patienten so weit zu stabilisieren, dass sie wieder nach Hause entlassen werden können, was bei drei Viertel auch der Fall ist. Ein Viertel verstirbt allerdings auf der Palliativstation. (APA)

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