Euro-Krise oder Händlerfehler?

7. Mai 2010, 11:21
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Die massiven Verluste an der Wall Street könnten Gerüchten zufolge auch auf ein Missgeschick zurückzuführen sein

New York - Die Leitindizes an der Wall Street sind am Donnerstag ausgelöst durch Panikverkäufe auf Achterbahnfahrt geschickt worden. Der Dow Jones rutschte in dramatischen Sekunden kurzfristig um nahezu neun Prozent unter die Marke von 10.000 Einheiten, in Punkten gemessen war dies das größte je gemessene Minus beim Dow Jones. Der Kursverfall mündete direkt in eine Korrekturphase.

Dennoch zeigten sich die Indizes zu Handelsschluss noch tiefrot gefärbt. Der Dow Jones Industrial Index rutschte 347,80 Punkte oder 3,20 Prozent auf 10.520,32 Einheiten ab. Der S&P-500 Index sank 37,72 Punkte (minus 3,24 Prozent) auf 1.128,15 Zähler. Der Nasdaq Composite Index reduzierte sich um 82,65 Einheiten oder 3,44 Prozent auf 2.319,64 Zähler.

Aufgebrachte Marktteilnehmer reagierten in einer ersten Reaktion geschockt und ratlos. Überall auf dem Parkett waren "Kaufen"-Rufe zu hören, berichtete ein Händler die Ereignisse nach dem Kurssturz. Während die ersten Stellungnahmen von Experten die Schuldenkrise in Griechenland in den Fokus rückten, wurden zunehmend Gerüchte über einen Händlerfehler laut.

Nervosität

Mittlerweile haben die US-Finanzmarktbehörden mit der Suche nach der Ursache begonnen. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC und die Terminbörsenaufsicht CFTC leiteten einer Mitteilung zufolge nach dem Vorfall am Donnerstag eine Untersuchung der "ungewöhnlichen Handelsaktivitäten" ein. 

Ein Händler des US-Vermögensverwalters T. Rowe Price, Andy Brooks, vermutete als Ursache hinter dem ungewöhnlichen Auf und Ab des Dow Jones einen Computerfehler oder einen sogenannten "fat finger trade" - also den Tippfehler eines Händlers. An der New Yorker Börse hatten nach dem Kurssturz Gerüchte die Runde gemacht, dass ein Händler der Citigroup versehentlich 16 Mrd. Aktien des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble verkaufte anstatt 16 Mio. Aktien und so den zwischenzeitlichen Kurssturz auslöste.

Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Die US-Terminbörse CME teilte am Donnerstagabend mit, dass die Handlungsaktivitäten der Citigroup im Lichte der ungewöhnlichen Kursschwankungen nicht als "irregulär oder ungewöhnlich" zu bewerten seien. Auch ein Sprecher des Unternehmens sagte, dass es keine Hinweise auf eine Verwicklung der Citigroup in eine "fehlerhafte Transaktion" gebe.

"Kein Fehler"

Ein Sprecher der New Yorker Börse schloss auch einen Computerfehler als Grund für den Vorfall aus. Es habe weder eine Panne noch technische Probleme gegeben, sagte er. Nach dem Kurssturz am Donnerstag waren auch die Proteste im hoch verschuldeten Griechenland gegen das Sanierungsprogramm der Regierung als mögliche Ursache für den zwischenzeitlichen Einbruch des Börsenkurses genannt worden. Händler fürchteten einen Rückzieher der Regierung in Athen und den Staatsbankrott des Landes. "Alle Augen richten sich auf Europa", sagte der Devisenanalyst Samarjit Shankar von BNY Mellon. "Die Investoren sind beunruhigt wegen des Ansteckungsrisikos unter den europäischen Ländern."

Der zeitweilige Kurssturz war in Punkten gemessen der stärkste in der Geschichte der Wall Street. Der Handelstag an der Wall Street hatte bei einem Zählerstand knapp unter 10.900 Punkten begonnen; bis zum Nachmittag gab der Kurs langsam um etwa 200 Punkte nach, ehe er gegen 14.30 Uhr binnen 15 Minuten auf einen Stand von 9.875 Punkten fiel - ein Tagesverlust von mehr als 1.000 Zählern. Binnen Minuten schnellte der Kurs nach oben und pendelte sich um die Marke von 10.510 Punkten ein - immer noch ein Tagesverlust von mehr als 350 Punkten. Auch der Technologieindex Nasdaq und der Index S&P 500 zeigten wilde Ausschläge und verloren zum Handelsende deutlich.  (APA/Reuters)

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    Ganz unschuldig ist die Griechenland-Krise sicher nicht, aber es mehren sich Gerüchte, dass der Absturz des Dow Jones am Donnerstag auch "menschliches Versagen" war.

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