Deutschland fördert Digitalisierung von Programmkinos

6. Mai 2010, 17:49
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Minister Neumann präsentierte Modell für Betriebe, "die den Umrüstungsprozess nicht aus eigener Kraft bewältigen können"

Berlin - Der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), dessen energisches Argumentieren erst dazu führte, dass die österreichischen Entscheidungsträger sich überzeugen ließen, eine zweite Säule der Filmförderung zu etablieren, will nun die Digitalisierung der Kinos zügig vorantreiben. Eine Förderung sollen nun vor allem kleinere Häuser auf dem Land sowie Programm- und Filmkunstkinos bekommen, ein neues Fördermodell soll im Sommer starten.

Bei einem Filmforum der CDU/CSU-Bundestagsfraktion stellte Neumann sein gemeinsam mit der Filmförderungsanstalt (FFA) erarbeitetes Modell vor, wie sein Haus am Donnerstag mitteilte. Ziel sei, die Kinolandschaft in der Fläche zu erhalten und damit auch eine kulturelle Grundversorgung zu sichern.

Im Haushalt sind bereits vier Millionen Euro dafür vorgesehen. "Wir wollen Kinos unterstützen, die den Umrüstungsprozess finanziell nicht aus eigener Kraft bewältigen können und deshalb kurz- bis mittelfristig vor dem Aus stehen", sagte Neumann.

Der Staatsminister hatte ursprünglich eine flächendeckende Umstellung aller Kinos auf die Digitaltechnik angestrebt. An dem Großprojekt sollten sich Verleiher, Förderanstalt, Bund und Länder sowie Kinobetreiber beteiligen. Das Vorhaben scheiterte jedoch am Widerstand der großen Kinoketten - ihnen lag nicht daran, auch kleinere Häuser wettbewerbsfähig zu machen.

Neumann appellierte an die Bundesländer, vor allem aber an die Verleiher, das Vorhaben zu unterstützen. Die Verleiher seien die Hauptnutznießer der Digitalisierung. (APA)

 

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