1,65 Millionen Unterschriften für Kaczynski

6. Mai 2010, 16:19
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Nach Medienangaben waren maximal 500.000 Unterstützungsunterschriften für den Bruder des verunglückten Präsidenten erwartet worden

Warschau - Mit einer spektakulären Unterschriftenaktion für ihren Präsidentenkandidaten Jaroslaw Kaczynski wollen die Nationalkonservativen in Polen die Rivalen in die Defensive drängen. Das Wahlkomitee habe 1,65 Millionen Unterschriften gesammelt, teilte Kaczynskis Wahlkampfchefin Joanna Kluzik-Rostkowska am Donnerstag in Warschau mit. Der Sieg liege in Reichweite, sagte die Abgeordnete der Partei Recht und Gerechtigkeit PiS.

Nach Medienangaben waren maximal 500.000 Unterschriften für Kaczynski erwartet worden. Bis Mitternacht müssen alle Kandidaten für das Präsidentenamt mindestens 100.000 Unterschriften bei der staatlichen Wahlkommission deponieren.

Jaroslaw Kaczynski bedankte sich bei seinen Anhängern. "Uns verbindet die Überzeugung, dass Polen ein Recht auf Träume hat: über ein starkes, in der Welt geachtetes, gerechtes und stolzes Land", sagte der Bewerber. Der 60 Jahre alte Oppositionsführer äußerte sich bei dieser Gelegenheit erstmals seit dem Flugzeugabsturz vor knapp einem Monat öffentlich. Bei der Katastrophe nahe Smolensk in Russland waren am 10. April sein Zwillingsbruder, Präsident Lech Kaczynski, sowie 95 andere Insassen, darunter prominente Politiker, Militärs und Geistliche, ums Leben gekommen.

Am 20. Juni soll der Nachfolger des tödlich verunglückten Staatsoberhauptes gewählt werden. Der als Favorit geltende Kandidat der liberal-konservativen Regierungspartei Bürgerplattform (PO), Bronislaw Komorowski, will die Liste mit seinen Unterstützern am Nachmittag der Wahlkommission zuleiten. Nach jüngsten Umfragen kann Komorowski im ersten Wahlgang mit rund der Hälfte, Kaczynski mit einem Drittel der Stimmen rechnen. Die Unterstützung für andere Bewerber liegt derzeit unter fünf Prozent. Falls keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht, müssen die beiden stärksten Bewerber am 4. Juli in die Stichwahl gehen.  (APA/dpa)

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    Jaroslaw Kaczynski mit seinen Unterstützungsunterschriften

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