Uneinigkeit

Verleger fordern Leistungsschutzrecht für Onlineangebote

6. Mai 2010, 15:59

Runder Tisch im Parlament - Grüne für Flatrate-Modell - IFPI lehnt ab

Die Diskussion über die Abgeltung von Urheberrechten hat nachhaltig auch die Medienbranche erreicht. Bei einem Runden Tisch im Parlament diskutierten heute, Donnerstag, Vertreter der Verlage, der Parlamentsparteien sowie Experten über notwendige rechtliche Anpassungen in Österreich. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) fordert etwa ein Leistungsschutzrecht für Verlage. Die Grünen wiederum plädieren für eine "Download-Flatrate", also eine Grundabgabe für jeden Nutzer zur allgemeinen Abgeltung von Rechten.

Runder Tisch

Der Runde Tisch wurde auf Betreiben der "Plattform Geistiges Eigentum" ins Leben gerufen, die von VÖZ und dem Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) gegründet wurde. In einer Stellungnahme wendet sich die Plattform gegen eine "Erosion des geistigen Eigentums durch Ausnahmeregelungen", wie freie Werknutzungen oder Flatrate-Modelle.

Leistungschutzrechte für Verleger

VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger pocht für die Verlegerseite auf die Einführung von Leistungsschutzrechten analog zu jenen, die etwa Musiklabels innehaben. "Ein Leistungsschutzrecht für Verleger zum Beispiel würde österreichische Inhaltsangebote im Netz sichern, dies werden Plattformen wie Google, Facebook und Co. niemals leisten können und wollen", so Grünberger. Das Urheberrecht sei in diesem Zusammenhang das entscheidende rechtliche Instrument, um die Zukunftssicherung von Inhalten zu gewährleisten.

Hände gebunden

Medienhäuser haben bisher keine dem Leistungsschutzrecht der Musiklabels entsprechende Möglichkeit, gegen die Weiterverwendung ihrer Inhalte rechtliche Schritte einzuleiten. Während etwa eine Musikfirma die Löschung eines YouTube-Videos veranlassen kann, ist die Weiterverwendung von Artikeln über Plattformen wie "Google News" bisher ohne Einspruchsrecht möglich.

Anpassung gefordert

Aus Sicht der Musikindustrie muss die aus den 80er Jahren stammende "Leerkassetten-Vergütung" angepasst werden. Diese besagt, das auf Leermedien eine Urheberrechtsabgabe eingehoben wird. Dies solle künftig auf alle Speichermedien wie Computerfestplatten und Vervielfältigungsgeräte erweitert werden, fordert die "Plattform Geistiges Eigentum".

Plädoyer

Die Grünen wiederum propagieren ein eigenes Modell der "Download-Flatrate". Kultursprecher Wolfgang Zinggl möchte über diese Internet-Gebühr die Urheberrechte abgelten. Damit sollten ausschließlich nicht-kommerzielle Vervielfältigungsvorgänge legalisiert werden. "Eines ist klar herausgekommen: Es braucht dringend eine weitgehende Reform des Urheberrechts", sagte Zinggl zur APA. Für Herbst sei eine große Enquete zu diesem Thema angepeilt.

Ablehnung

IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch zeigte sich nach dem Runden Tisch zufrieden. "Klar ist, dass das Urheberrecht weiter zu entwickeln ist, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten zu können." Die Kultur-Flatrate lehnt er jedoch ab: Diese sei "ein echter Job- und Innovationskiller" und drohe den gerade in Schwung kommenden Online-Markt für Musik wieder zu ersticken. (APA)

hlg
00
15.5.2010, 07:47
journalisten fordern...

daß ihre werke NICHT vervielfältigt und gelesen werden????

i glaub i spinn...

ich denke es wurde unter falschem namen und anonym veröffentlicht, flugblätter wurden geheim gedruckt...

und die zöglinge dieser vordenker schreien jetzt nach MEHR kontrolle, statt sich zu freuen, daß ihre meinung publiziert wird?

ich denke diese journalisten und wissenschaftler, die sowas fordern, sollten ihren job an den nagel hängen...

denn er ist nicht ihre berufung.

Jabberwock
01
Wozu Urheberrechte und Vervielfältigerschutz?

Produktion und Vervielfältigung elektronischer Kunstformen (Musik, Literatur, Film, etc.) ist heute durch technische Innovationen extrem effizient, einfach und für jeden zu bewerkstelligen. Urheberrechte, Verwertungsgesellschaften und Verlage stehen dem eher kontraproduktiv entgegen - irgendwie verständlich, sehen sie doch ihren Markt dahinschwinden. Aber diesen mit weiteren Restriktionen schützen zu wollen ist einfach nur unkreativ.

Wieso probieren wir es mal nicht ohne Artenschutz für gierige Mitesser?

Mathias
 
00
Was die Konsumenten wollen?

Auf jeden Fall möchte ich eine DVD einlegen, und dann gleich den Film ansehen können, ohne lange Wartezeiten durch langwirigen Menüaufbau, Werbung und lästige Animationsbildschirme !!!!!!!!!!!!!!!!!

Netwing
01

..und ich möchte gekaufte amerikanische DVDs ansehen ohne das mir der region code reinpfuscht.

Dirk Gently76
 
01
Klar ist, dass das Urheberrecht weiter zu entwickeln ist, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt

genau und darum verkaufen wir noch immer CDs wie vor 30 jahren. Ungefähr vor 10 Jahren wurde die Webseite Napster online gestellt. Nach 10 Jahren sind wir noch immer nicht draufgekommen was User wollen.

Der Teufel
10

Was die User wollen ist eigentlich ganz klar.

Alles gratis schön aufbereitet auf einem schnellen Server.

Netwing
01

muss nicht gratis sein, aber man soll sich nicht verarscht vorkommen weil man irgendwelche programme installieren muss damit das klump rennt oder andere ristriktionen einbauen die gekaufte dinge schlechter dastehen lassen als nicht gekaufte

Dirk Gently76
 
02
Nein

was die user wollen sind faire Preise, kein DRM und einzelne Songs

Beiddenker
01
Das aber mittlerweile gegeben, ich kaufe meine Musik ...

... fast nur mehr über amazon oder bei der deutschen Grammophon als DRM freie mp3. Der Katalog von Amazon ist überraschend gut.

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