Fischfirma: "Es ist ein Einzelfall"

7. Mai 2010, 14:51
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Vom Verzehr des Produkts der Firma Eisvogel aus Molln in Oberösterreich wird abgeraten

Wien - In einer bereits abgelaufenen Charge des Produkts "Forellen Filet geräuchert, ohne Haut" der Firma Eisvogel sind bei der amtlichen Lebensmittelüberwachung Listerien festgestellt worden. Vom Verzehr des Produkts wird ausdrücklich abgeraten. Obwohl der Fisch nicht mehr zum Verkauf steht, gab die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Donnerstag vorsorglich eine Warnung aus. Es könne nämlich "nicht ausgeschlossen werden, dass in Haushalten noch Produkte überlagert oder eingefroren vorrätig sind".

Geschäftsführer: "Alle Hygienestandards eingehalten"

Der Geschäftsführer der betroffenen Firma "Eisvogel", Hubert Bernegger, nahm dazu am Freitag in einer Aussendung Stellung: „Alle Hygienestandards wurden zu 100 Prozent eingehalten", so Bernegger. Es handle sich um einen Einzelfall. Jedes Jahr investiere „Eisvogel" mehr als 60.000 Euro in die mikrobiologischen Untersuchungen und Qualitätsprüfungen seiner Produkte. Noch nie seien Listerien nachgewiesen worden. Bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden dieses Einzelfalls sei ein externes, akkreditiertes Untersuchungslabor mit einer Hygienekontrolle beauftragt worden. Dabei wurde die hygienische Arbeitsweise und Reinigung im Betrieb kontrolliert. Sämtliche Prozesse seien einer zusätzlichen externen Kontrolle unterzogen worden.

Das Untersuchungslabor habe zudem auch ein Listerien-Monotoring durchgeführt. Die Ergebnisse würden Anfang kommender Woche vorliegen. Die betreffende Charge des Produktes sei von „Eisvogel" sofort aus dem Handel zurückgezogen worden. Dabei handelt es sich um rund 80 Kilogramm.

Über dem Grenzwert

Die Höhe der Kontamination liegt mit 560 KBE/g (koloniebildende Einheiten) über dem für zulässigen Grenzwert (100 KBE/g am Ende der Haltbarkeitsdauer). Das Produkt wurde als gesundheitsschädlich beurteilt. Die amtliche Lebensmittelaufsicht der Länder überwacht die Rückholaktion und setzt gegebenenfalls weitere Maßnahmen. Adeg und Interspar haben das geräucherte Forellenfilet im Sortiment.

Aufgrund ihrer für Bakterien ungewöhnlichen Fähigkeit zu Wachstum bei niedrigen Temperaturen können sich Listerien auch im Kühlschrank vermehren. Lebensmittel tierischer Herkunft wie Rohmilch, Weichkäse, Räucherfisch oder rohes Fleisch und Geflügel können z.B. beim Melken und Schlachten, aber auch in der Weiterverarbeitung, verunreinigt werden. (APA/red)

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