Voest spart bis 2012 massiv ein

6. Mai 2010, 14:09
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Konzernchef Wolfgang Eder zeigt das Einsparungspotenzial des Unternehmens - 600 Millionen Euro müssen hereinkommen

Wien - Der börsenotierte Stahlkonzern voestalpine will bis zum Jahr 2012 mehr als eine halbe Milliarde Euro einsparen - hauptsächlich in den Divisionen Stahl und Edelstahl. Den größten Brocken beisteuern soll der Unternehmensbereich Stahl: "Unser ursprüngliches Ziel waren hier Einsparungen von 300 Mio. Euro, wir denken aber, dass wir hier über 350 Mio. Euro schaffen sollten", sagte Konzernchef Wolfgang Eder heute, Donnerstag, im Klub der Wirtschaftspublizisten. Die Abläufe sollen straffer, schneller und effizienter werden.

In der Division Edelstahl will Eder dadurch Einsparungen in Höhe von 150 Mio. Euro durchziehen, in den restlichen Divisionen (Bahnsysteme, Profilform und Automotive) 50 bis 100 Mio. Euro. "In den nächsten zwei Jahren sollten wir also 500 bis 600 Mio. Euro an Kosteneinsparungen schaffen", so der Konzernchef. Weitere Stellenstreichungen in Österreich seien aber nicht zu befürchten: "Wir werden - so wie es aussieht - keine weiteren Mitarbeiter abbauen", so Eder.

Die Voest will die gesamte Stahldivision "schlanker aufstellen". Diese sei Schritt für Schritt gewachsen und sei nun ein Unternehmen, das aus 20 bis 25 Einzelbetrieben bestehe. Jeder dieser Betriebe für sich sei bereits "durchoptimiert" und "hervorragend aufgestellt". Was Eder stört, sind die "unendlich vielen Schnittstellen". Nun soll von der IT bis zur gesamten Lagerwirtschaft alles in einem durchgängigen Wertschöpfungsprozess vereinheitlicht werden. Die Organisation sei bereits mit 1. Mai neu aufgestellt - nun werden die gesamten Abläufe angepasst.

Working Capital zurückfahren

Konkret will die voestalpine das Working Capital massiv zurückfahren und sich mit weniger Rohstoffen auf Lager 50 Prozent der Kosten ersparen. Des weiteren schiebt der Konzern im Stahlbereich die Produktion und die Instandhaltung ineinander, "beide sollen alles können", meinte Eder. "Wir brauchen keinen Mitarbeiter abzubauen, aber wir müssen dafür rund 1.400 Arbeitnehmer massiv auf- und umqualifizieren", erklärte der Konzernchef.

In der Division Edelstahl (Böhler-Uddeholm) sei die innerbetriebliche Restrukturierung "schon in hohem Maße gelaufen". Der Mitarbeiterstand wurde zwar bereits von rund 14.000 um rund 11 Prozent auf unter 13.000 reduziert, doch steht noch ein weiterer Jobabbau bevor: "Dort wird es im Vertrieb noch einmal ein Nachjustieren geben - weniger in Europa, eher außerhalb", so Eder. Die Abläufe seien bereits neu organisiert worden. Ein Problembereich war etwa die "exzessive Logistik", die sich im Laufe der Akquisitionen noch einmal vermehrt habe. "Wir schließen dort eine Vielzahl von Standorten." In Europa sollen aus 10 bis 15 kleineren 3 bis 4 größere Hubs werden.

In Europa habe Böhler bereits Einiges an Restrukturierung durchgezogen, im Moment laufe die Neustrukturierung in Nordamerika und in den nächsten Monaten nimmt sich die voestalpine Asien vor, wo "von den einigen Tausend Stellen einige Hundert" wegfallen werden. Genauere Angaben wollte Eder vorerst nicht machen. (APA)

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